4. – 4. Schuljahr

Stephan Schiemann

Kraft ist nicht gleich Kraft

Kraftfähigkeiten in der Grundschule spielerisch vermitteln und in kleinen Teamwettbewerben schulen

Wie lassen sich die Kraftfähigkeiten in der Grundschule vermitteln? Die Unterrichtseinheit zum Thema Kraft richtet sich an eine 4. Klasse. Nach den ersten zwei Einheiten wird jeweils nur noch die erste Hälfe der Unterrichtstunde konkret für die Schulung der Kraftfähigkeiten genutzt. Anschließend wird in diesen Stunden noch ein Spiel mit oder ohne Ball absolviert, das eher den Fokus auf ausdauernde Belastungen legt. Diese relativ kurze Zeit von etwa 20 Minuten reicht zum einen, trotz der notwendigen Pausenzeiten, bereits aus, um eine adäquate Belastung zu erzielen und zum anderen soll damit verhindert werden, dass die Schülerinnen und Schüler die Motivation und ihr Interesse an der Auseinandersetzung mit der Thematik verlieren. Übergeordnet ist das Ziel, dass die Übungen nicht als „Krafttraining wahrgenommen werden, sondern mit hohem Aufforderungscharakter und spielerisch adäquate Trainingsreize ermöglichen. Daher werden die Kraftübungen als Teamwettbewerbe organisiert, die im Grundschulalter in der Regel motivierender aufgenommen werden als das klassische Zirkeltraining, das ferner zumeist die Schulung der Kraftausdauer priorisiert und weniger die Schnellkraft und Maximalkraft der Kinder adressiert.
Die Kinder haben vor Beginn der Unterrichtseinheit bereits erste Erfahrungen mit beidbeinigen und einbeinigen Sprüngen sowie mit unterschiedlichen Würfen und verschiedenen Staffelläufen sammeln können, etwa im Themenfeld Laufen, Springen, Werfen sowie bei verschiedenen Wurf- und Fangspielen. Dabei konnten sie auch erste Erfahrungen im Umgang mit einer Stoppuhr und dem Ablesen eines Maßbandes sammeln. Möglichst unabhängig von der Lehrkraft können sie so in kleinen Gruppen die motorischen Tests in den ersten beiden Stunden ausprobieren. Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass die dort erzielten Leistungen von der Lehrkraft bewertet oder benotet werden. Es geht in dieser Einheit vielmehr um die eigenständige Auseinandersetzung mit den Tests und den Ergebnissen, die jeweils in Kooperation mit den anderen Kindern und möglichst geringer Beteiligung der Lehrkraft reflektiert werden sollen. Benötigt werden für die Einheit lediglich Materialien, die in jeder Sporthalle zur Verfügung stehen sollten. K 1
K 1 | Die Unterrichtseinheit ein kurzer Überblick
K 1 | Die Unterrichtseinheit ein kurzer Überblick
1. und 2. Stunde (erste Woche)
Was ist Kraft? Welche Arten der Kraft gibt es? Wo wird sie (im Sport) benötigt?
Gemeinsame Erarbeitung der Kraftfähigkeiten. Durchführung motorischer Tests. Exemplarische Erfassung der folgenden Kraftfähigkeiten: einerseits statisch/haltend versus dynamisch/bewegend und andererseits die Kraftausdauer, Schnellkraft und Maximalkraft.
3. bis 8. Stunde (zweite bis vierte Woche)
Spielerische Vermittlung der Kraftfähigkeiten
Die Schülerinnen und Schüler absolvieren in der ersten Unterrichtshälfte jeweils zwei Teamwettbewerbe, die die Schulung der Kraftfähigkeiten adressieren einer primär für die oberen und einer für die unteren Extremitäten. Anschließend werden kleine Spiele gespielt, die nicht auf die Kraftfähigkeiten abzielen.
8. Stunde (vierte Woche)
Sicherung der Erkenntnisse und abschließende Reflexion zur Unterrichtseinheit
Im Anschluss an die letztmalige Absolvierung der Teamwettbewerbe folgt die abschließende Reflexion zur Unterrichtseinheit im Hinblick darauf, welche Staffelwettbewerbe welche motorische Kraftfähigkeit positiv beeinflussen können und bei welcher Sportart diese relevant sind.
Superman und Pippi Langstrumpf
Nach der ritualisierten Begrüßung kommen die Kinder in der ersten Stunde zu einem Sitzkreis zusammen und werden zum Einstieg in die Thematik gefragt, was sie mit dem Begriff Kraft verbinden und wer große Kräfte besitzt. Die Schüler und Schülerinnen formulieren, dass Kraft mit körperlicher Stärke in...

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