11. – 11. Schuljahr

Dario Klaus

Ist das so richtig?

Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II vermitteln sich im Gruppenpuzzle gegenseitig Le Parkour-Techniken und trainieren sie zielgerichtet

„Ist das so richtig? Hierbei handelt es sich um die am häufigsten gestellte Frage in meinem Le Parkour-Unterricht. Und sie ist absolut nachvollziehbar. Der Wunsch, die Bewegungen korrekt und genauso wie die erfahrenen Athletinnen und Athleten in den Parkour-Videos auszuüben, ist groß. Die Beantwortung der Frage stellt mich als Lehrkraft jedoch in ein pädagogisches Dilemma: Zum einen möchte ich dem Wissensdurst der Lernenden gerecht werden und das eingeforderte Sollwert-Muster zur Verfügung stellen. Gleichzeitig habe ich den Anspruch, durch wenige Vorgaben der Kreativität der Schülerinnen und Schüler möglichst viel Spielraum zu lassen.
Es wird eine Unterrichtsreihe zum Neuerwerb von Le Parkour-Techniken vorgeschlagen und Möglichkeiten zu deren Vervollkommnung und Stabilisierung skizziert. Beide oben genannte Teile finden dabei Berücksichtigung. Der Fokus liegt auf der Darstellung eines Gruppenpuzzles, bei dem den Lernenden für den Neuerwerb der Techniken viel Freiraum für eigene Impulse gelassen wird. Daran schließen sich Beschreibungen für Unterrichts-Arrangements an, die klassisches Üben in weitgehend deduktiver Form sowie Stabilisierung in kreativen Erarbeitungsphasen vorsehen.
Seine Vielschichtigkeit macht die Bewegungskunst für den Schulsport besonders attraktiv. Für den Einstieg ins Thema bietet sich eine Hausaufgabenrecherche an, zu Technik, Geschichte und Philosophie Le Parkours. Insbesondere für die Arbeit in der Profiloberstufe finden sich gesellschaftliche Themenfelder, die sich mit der Praxis gut verbinden lassen. K1
K1 | Le Parkour im Sportunterricht
K1 | Le Parkour im Sportunterricht
Le Parkour bietet eine Vielzahl an Themenfeldern, die eine Weiterarbeit und Vertiefung im Klassenraum, zum Beispiel mit Profilklassen, ermöglicht. Einer ganzheitlichen oder fächerübergreifenden Auseinandersetzung kann hier Rechnung getragen werden. So hinterfragen wir, ob Parkour genaugenommen überhaupt eine Sportart ist, weil viele Traceure (Athleten, die Parkour ausüben) mit Blick auf den philosophischen Teil der Lehre lieber von Bewegungskunst sprechen. Was steckt aber hinter der Philosophie Le Parkours? Es wird sich oftmals von artverwandten Disziplinen wie Freerunning oder Parkouring distanziert, da der Wettbewerb dem Grundgedanken von Parkour widerspricht. Ist eine Behandlung im Sportunterricht, der im Regelfall bewertet wird, vor diesem Hintergrund eigentlich gerechtfertigt? In der Entstehungsgeschichte steckt als zentrales Motiv der Einsatz Le Parkours zum Retten und Helfen. Inwieweit hat dieser Grundsatz heute noch Relevanz? Parkour hinterfragt auf kritische Weise Paradigmen der öffentlichen Ordnung, indem urbane Umgebung für sich beansprucht und umfunktioniert wird. An welchen Stellen kitzelt die Rückgewinnung der Räume an den Grenzen der Legalität? Mit derlei Fragestellungen können sich Lernende in Theoriestunden oder Vorträgen intensiv auseinandersetzen (Klaus, 2009).
Parkour als Inhalt des Sportunterrichtes rechtfertigt sich aus vielerlei Gründen. Es wird eine Disziplin angeboten, die von der Schülerschaft als modern angesehen wird. Bewegungen sind über Filme und Videos bekannt. Es ist motivierend, diese auszuprobieren. In Parkour steckt eine Art zeitgenössischen Turnens. Es enthält aber auch Elemente des Kletterns, der Leichtathletik und des Kämpfens. Ausdrücklich sei zudem auf das wagnispädagogische Potenzial hingewiesen. Über Parkour können Lernende sich mit den Grenzen des Machbaren und den eigenen Ängsten auseinandersetzen, das eigene Können prüfen, korrigieren und verbessern. K2
K2 | Das Vorhaben im Überblick
K2 | Das Vorhaben im Überblick
1. Stunde: Das Hindernis und ich
Aufbauen lernen. Sammeln erster Erfahrungen der Hindernisüberwindung. Erlernen der zentralen Abrolltechnik Roulade.
2. Stunde: „Ist...

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