1. – 13. Schuljahr

Eric Espenschied

Der mobile Funpark

In der Snowboardausbildung mit geringem Aufwand einfache Tricks motivierend und sicher vermitteln

Immer mehr Skigebiete werben mit einem Funpark, die neben einer Vielzahl von Sprungkickern und kleineren Wellen auch zahlreiche Hindernisse (Obstacles) beinhalten ähnlich des Slopestyles. Für Sportlehrkräfte, die mit Ski- oder Snowboardgruppen im Skigebiet unterwegs sind, lassen die Voraussetzungen es selten zu, den Funpark zu nutzen. Sowohl Schneesportneulingen aber auch Fortgeschrittenen fehlt noch die Sicherheit auf dem Snowboard, die für die Bewältigung der häufig zu anspruchsvollen Hindernisse notwendig ist. Nach kurzer Besichtigung des Skigebiets entscheiden sich die unterrichtenden Lehrkräfte aus Gründen der Verletzungsprophylaxe in der Regel gegen das Befahren des Funparks. Fehlt dann ein „Easy-Funpark, welcher mit kleineren Kickern und flachen, breiten Boxen versehen ist, wird dem Bereich Freestyle in der Snowboardausbildung keine Beachtung geschenkt mit Ausnahme kleinerer Tricks auf der Piste. Darüber hinaus erscheint es fraglich, inwiefern die mit einer Lerngruppe zeitlich nicht unerhebliche Inanspruchnahme eines Kickers oder einer Box legitim oder sozialverträglich gegenüber anderen Schneesportlern ist.
Es stellt sich die Frage, warum Elemente des Freestyle Bestandteil einer doch zumeist nur einwöchigen Snowboardausbildung sein sollen. Im Sinne eines schülerorientierten Unterrichts gilt es, das durch die Medien transportierte und von den Schülerinnen und Schülern übernommene Bild einer Freestyle betonten Sportart aufzugreifen. Für Schülerinnen und Schüler ist es motivierend, das Snowboardfahren um eine spektakuläre Art zu erweitern. Daraus können sich positive Effekte für den Lernerfolg ergeben.
Freestyle fordert in besonderem Maße die intensive Nutzung der relevanten Hauptbewegungen (auch Tools genannt) und schult den Einsatz der Bewegungsspielräume (auch TURIs genannt; steht für Timing, Umfang, Richtung und Intensität einer Hauptbewegung). Daraus ergeben sich wünschenswerte Transfereffekte für das konventionelle, technikorientierte Fahren. Dies äußert sich in zunehmender Sicherheit auf dem Snowboard und erhöht die Handlungsfähigkeit etwa bei schwierigen Schneeverhältnissen oder neu zu erlernenden Bewegungen.
Ein moderner Snowboardunterricht sollte die verschiedenen Facetten der Sportart aufgreifen. So können einzelne Elemente des Freestyle wie hier der mobile Funpark jederzeit in den Unterricht einfließen, um über die vielfältigen Erfahrungen das allgemeine sowie freestyle-orientierte Fahrkönnen zu verbessern. Auch etwa bei schlechten Sichtverhältnissen kann so die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll genutzt werden.
Material und Vorbereitung
Um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, ein Gleitgefühl ähnlich des Boxenfahrens zu erfahren, ist lediglich ein minimaler Materialeinsatz erforderlich.
Slalomstangen, die in der örtlichen Skischule in der Regel ausgeliehen werden können oder mitgebrachte Fahnenstangen vom Fußball, können zur Einführung in das Boxenfahren dienen. Wie in Abbildung 1 und 2 ersichtlich, sollten diese auf einer blauen Piste mit geringer Neigung in Falllinie zur Hälfte eingegraben werden. Je nach Materialverfügbarkeit kann sowohl eine Stange als auch mehrere nebeneinander zur Anwendung kommen. Durch die größere Auflagefläche geben mehrere Stangen ein höheres Maß an Sicherheit. Bei nur einer Stange ist der Reibungswiderstand geringer, wodurch das Snowboard schneller wird. Aufgrund der einen Auflagefläche wird zudem ein seitliches Abrutschen begünstigt. Das ist zwar im Prinzip ungefährlich, führt jedoch nicht zu einem Erfolgserlebnis. Drei bis vier Slalomstangen oder auch zwei bis drei Fahnenstangen nebeneinander haben sich hierfür als optimal erwiesen. Bevor diese jedoch zum Einsatz kommen, sollten die Schüler und Schülerinnen als Vorübung im moderaten Tempo so in der Falllinie gleiten...

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