5. – 6. Schuljahr

Lars Klewe

Von bekannt zu unbekannt

Mit „Teaching Games for Understanding (TGfU) vom Klassiker Brennball zum Sportspiel Schlagball

Die Grundidee der Unterrichtseinheit besteht darin, mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam vom bekannten Klassiker Brennball auf das Zielspiel Schlagball hinzuarbeiten. (K1 )
K1 | Überblick über das Vorhaben
K1 | Überblick über das Vorhaben
1. Stunde: Einführung mit Vorstellung des Zielspiels sowie Arbeitsphase für eigene Regelabwandlungen zum Brennball; Spielen der eigenen Brennballvariationen, beginnend mit der vereinfachten Variante
2. Stunde: Spielen der eigenen Brennballvariationen und weiterführende Abwandlung des Spiels hin zum Zielspiel
3. Stunde: Einführung und spielen des (vereinfachten) Schlagballs, erproben (und bei Bedarf: üben) diverser Abschlagsvarianten im Spiel
Diese Sportart bietet, in angepasster Form, einen interessanten Mehrwert als kontaktlose Mannschaftssportart für den Sportunterricht in der Sekundarstufe I. Außerdem füllt Schlagball eine Lücke in der schulischen Sportspielvermittlung. Es steht auf Basis der Systematik der bekanntesten Sportspiele (Stiehler et al., 1988) beispielhaft für die Schlagball- und Abwurfspiele, die ansonsten in unserem Kulturraum eher selten thematisiert werden. Für die hier vorgestellte Unterrichtseinheit kommt Schlagball als Zielspiel exemplarisch für diverse Sportarten (zum Beispiel Soft- oder Baseball) zum Einsatz. Für den Einsatz in der Schule ist Schlagball, verglichen beispielsweise mit Softball, auch durch einfachere Regeln und weniger spezifische Materialien geeignet.
Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet die Lehrkraft nach dem „Teaching Games for Understanding-Modell (Bunker, Thorpe & Almond, 1986) die Grundlagen zum Erlernen des Spiels. Als Ausgangsspiel für die spielerisch-taktische Hinführung kommt Brennball als entwicklungsgerechtes und bekanntes Spiel zum Einsatz. Ausgehend davon, erarbeitet die Lehrkraft moderierend mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam Regelveränderungen, um einen freudvollen Einstieg über das Brennballspiel zu finden. Daran schließt sich die gemeinsame Abwandlung hin zu einer schwierigeren Variante von Brennball an, um das taktische Verständnis zu schulen und erste aktive Spielentscheidungen zu fördern. Es folgt der Übergang zum Schlagball in vereinfachter Form, um die Entscheidungsfähigkeit und Bewegungsausführung im Zielspiel zu entwickeln. Beim Schlagball kommt dem Abschlag des Balls eine besondere Bedeutung zu. (K2)
K2 | Schlagball: die Regeln
K2 | Schlagball: die Regeln
Beim Schlagball spielen zwei Teams auf Zeit um Punkte. Ein Spieler oder eine Spielerin aus dem angreifenden Team (mit Schlagrecht) schlägt den Ball mit einem Schläger an der Grundlinie selbst ins Feld ab (siehe Abb. 1 ). Danach läuft der Spielende zu einem Wendepunkt (Laufmale) im Spielfeld und wieder zurück zur Grundlinie, um einen Punkt zu erzielen. Das verteidigende Team versucht, so schnell wie möglich den Ball unter Kontrolle zu bringen. Um einen Punkt der angreifenden Mannschaft zu verhindern und selbst das Schlagrecht zu erobern, soll der Läufer oder die Läuferin vor dem Überlaufen der Grundlinie mit dem Spielball abgeworfen werden. Gelingt dies, tauschen beide Teams die Rollen und Positionen und das Spiel setzt sich umgekehrt und ohne Unterbrechung fort. Wird der Ball in den Raum hinter dem Spielfeld (Schlagraum) geschlagen, gibt es einen extra Punkt.
Es existieren noch weitere Regeln des Schlagballspiels. Aus Gründen der Übersicht sind diese hier nicht weiter ausgeführt und jede Lehrkraft sollte das Regelwerk des Zielspiels je nach Klassenstufe und eigenen Zielstellungen anpassen.
Die Lernenden entscheiden beispielsweise über die Abschlagsstärke und somit taktisch nach Aufstellung der verteidigenden Mannschaft. Zu diesem Zeitpunkt könnte für die Schülerinnen und Schüler erstmalig der Bedarf für ein gezieltes Üben des Abschlags entstehen. Da der Abschlag allerdings...

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