11. – 13. Schuljahr

Felix Vonstein/Max Bill Bo Weller

Technik durch Tutorials

Partnergeleitete Arbeit mit Video-Tutorials im Sportunterricht der Sekundarstufe II zur Weiterentwicklung der Technik des Angriffsschlags im Volleyball

Sportspielvermittlungskonzepte, die sich an der Bearbeitung von konkreten Spielsituationen ausrichten, haben in der Sportspieldidaktik zweifellos und richtigerweise einen großen Stellenwert erhalten: Spielen durch Spielen zu erlernen scheint folgerichtig ein unumstößlicher Grundsatz für die Sportspielvermittlung im modernen Sportunterricht zu sein (vgl. z.B. Kolb, 2011, S. 68). Jedoch lassen sich bei einem so gestalteten Sportunterricht, vor allem bei technisch komplexen Grundanforderungen, Momente feststellen, in denen von den Lernenden eine Übung konkreter Spielfertigkeiten zur Weiterentwicklung des Zielspiels eingefordert wird. Die Vermittlung von Spielfertigkeiten bzw. „Spieltechniken spielt so nolens volens nach wie vor im Schulsport eine Rolle, zumal sie bisweilen auch zur Realisation und Bewältigung bestimmter Spielsituationen notwendig sind. Hierbei bietet zunehmend auch die Digitalisierung des Sportunterrichts eine Chance, das Erlernen und Üben von motorischen Fertigkeiten für das jeweilige Zielspiel individualisiert, schülerorientiert und nicht zuletzt auch motivierend zu gestalten.
Das vorliegende Unterrichtsbeispiel eröffnet daran anknüpfend einen Weg, bei dem zur Weiterentwicklung der Technik des Angriffsschlags im Volleyball auf eine alltägliche „digitale Praxis der Lernenden zurückgegriffen wird den Umgang mit Video-Tutorials. Diese sind mittlerweile aus der praktischen Lebens- und Lernwelt der Lernenden nicht mehr wegzudenken und erfreuen sich auf Plattformen wie YouTube, Vimeo etc. großer Beliebtheit. Entsprechend lassen sich inzwischen auch zahlreiche sportbezogene Video-Tutorials teilweise mit Millionen von Aufrufen finden. In der sportdidaktischen Literatur wurde diese Praxis bisher nur vereinzelt berücksichtigt (vgl. z.B. Vogt, 2018), was sicherlich auch auf die Unsicherheit bei der technischen Realisation zurückzuführen ist, die im Beispiel mithilfe einer sogenannten „Moodle-Box gelingt. (K1)
K1 | Info: „Moodle-BoX
K1 | Info: „Moodle-BoX
Die „Moodle-Box (Foto) ist ein im französischen Sprachraum entwickelter Minicomputer (Hardwaregrundlage: „Raspberry Pi), der ein geräteigenes Funksignal erzeugen kann, das von mobilen Endgeräten beispielsweise in der Sporthalle empfangen werden kann. Die „Moodle-Box wird mit einem „Moodle-Box Disk-Image bespielt, hierdurch wird eine lokale Version der Lernplattform „Moodle installiert. Mit „Moodle können digitale Lernarrangements beispielsweise über das Hochladen von Videos von den Lehrenden gestaltet werden, die den Lernenden dann über mobile Endgeräte (z.B. Tablets oder Smartphones) zugänglich gemacht werden können. Die Lernarrangements werden dabei auf einer SD-Karte lokal in der „Moodle-Box gespeichert und können so jederzeit ohne Internetverbindung genutzt werden. Die „Moodle-Box ist ein sogenanntes „Open Source-Produkt, die Software und Updates stehen frei im Internet zur Verfügung. Lediglich die technische Ausstattung („Raspberry Pi, Kosten ca. 80 Euro) muss zugekauft werden. Der Zusammenbau kann auch mit geringen technischen Kenntnissen erfolgen. Mehr Informationen sowie Software und Updates unter: https://moodlebox.net/de/
Dabei wird den Lernenden ein digitaler Lernpfad mit Video-Tutorials zu Übungen zum Angriffsschlag zugänglich gemacht. (Abb. 1 ) Die Lernenden bekommen hierbei mithilfe von mobilen Endgeräten (z.B. Tablets und Smartphones) Übungen gemäß ihres individuellen Lernstandes zugewiesen und führen diese anhand von Video-Tutorials selbstständig aus. Der Lernpfad wird dabei über die „Moodle-Box zur Verfügung gestellt, die durch ein geräteeigenes Funksignal den Zugang zu einer durch die Lehrkraft bespiel- und gestaltbaren Lernplattform ermöglicht. Die Technik bietet hierbei den...

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