7. – 13. Schuljahr

Fabian Klüting

Pilotprojekt Spikeball

Eine (noch) unbekannte Trendsportart für Schule und Freizeit erschließen, analysieren und variieren, um Spikeball in der Schule zu etablieren und spielbar zu machen

Die Idee dieses Unterrichtsvorhabens resultierte aus der Suche nach einem spannenden Examensthema zum Abschluss meines Referendariats. Bei dieser Suche stieß ich auf die Sportart Spikeball, welche in der amerikanischen Version der deutschen TV-Sendung „Die Höhle der Löwen (Shark Tank) vorgestellt wurde und erfolgreich abgeschnitten hat. Ich sah die vielen Vorteile, die Spikeball für die Schule mitbringt: einmalige (überschaubare) Anschaffungskosten, einen hohen Aufforderungscharakter, einfaches Regelwerk, hohe Bewegungszeit für viele Lernende auch bei begrenztem Raumangebot, spielbar in der Halle, auf dem Sportplatz, auf dem Schulhof oder auch auf Sand oder während Klassenfahrten, körperloses und faires Spielen, koordinative und konditionelle sowie individual- und gruppentaktische Anforderungen auf unterschiedlichen Könnensstufen. Zudem habe ich das Spiel zunächst mit Freunden getestet, erfahren, wie schnell Spikeball spielbar ist, und wie viel Spaß es macht.
Die Spielidee
Zwei Teams, bestehend aus je zwei Personen, bewegen sich um ein rundes Netz, welches aussieht wie ein Kindertrampolin. Ein Gummiball, kleiner als ein Handball und größer als ein Tennisball, wird in das Netz „geschlagen und das gegnerische Team muss den Ball erreichen, bevor er auf dem Boden ist. Anschließend darf sich der Ball, wie beim Volleyball, zugespielt werden und muss beim dritten Ballkontakt des Teams wieder ins Netz geschlagen werden (und so weiter). Jedes Mal, wenn das gegnerische Team den Ball nicht erreicht und er den Boden berührt, erhält man einen Punkt. Spikeball ist folglich sowohl Rückschlag-, Fun- und Trendsportart als auch gleichzeitig ein 360-Grad-Spiel, da es kein klassisches Spielfeld gibt, sondern frei und dynamisch um das Netz herum gespielt wird.
Ich konnte die Sportfachschaft meiner Schule schnell überzeugen, sechs Spikeballsets anzuschaffen, sodass das 360-Grad-Spiel mit 24 Schülerinnen und Schülern gleichzeitig in einem Hallendrittel spielbar ist. Da es für diese neue Sportart noch kein Lehrmaterial gab, startete ich das „Pilotprojekt Spikeball, indem ich mit Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe das Sportspiel im Hinblick auf seine Anforderungen untersuchte und vereinfachte Spielformen entwickelte, um die Sportart auch jüngeren Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, ohne sie koordinativ zu überfordern. (K1)
Einführung des Spiels
Zu Beginn des Unterrichtsvorhabens sammeln die Schülerinnen und Schüler Merkmale von Sportspielen anhand der Beispiele „Rollball und Tschoukball, die bereits bekannt sind, um Spikeball im Folgenden besser analysieren zu können.
In der anschließenden Doppelstunde wird Spikeball eingeführt. Dabei werden zunächst der einfache Aufbau des Rahmens und das Spannen des Netzes demonstriert. In den Folgestunden dauert der Auf- und Abbau dadurch nur noch wenige Minuten. Um dem Aufforderungscharakter des Spiels gerecht zu werden, soll zunächst induktiv erprobt werden, den Ball ins Netz zu „spiken, ohne dass vorher technische oder taktische Hinweise gegeben werden. Erst nach und nach werden Regeln eingeführt, sodass die Spielidee transparent erarbeitet werden kann. Im Folgenden wird durch ein motivierendes Video, wovon zahlreiche im Internet zu finden sind, gezeigt, wie fortgeschrittene Spikeballspielerinnen und -spieler das Spiel gestalten und wie es z.B. auf Sand oder Rasen gespielt werden kann, um anschließend im Spiel technische (Spiken, Passen, Legen etc.) und taktische (individual- und gruppentaktisch) Elemente des Spikeballspiels zu erschließen. Durch das Video steigt die Motivation der Schülerinnen und Schüler, besser spielen zu können. Daran anknüpfend soll vor allem viel gespielt und ausprobiert werden, damit das Spiel weiter erschlossen wird und...

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