3. – 4. Schuljahr

Isabel Kortenbusch

Basketball für alle

Wow, hängt der Basketballkorb hoch ... Wie in heterogenen Gruppen jeder Lernende motiviert üben und spielen kann

Im Klassenraum habe ich ein kleines Sportkästchen stehen, in das die Kinder jederzeit Wünsche für den Sportunterricht legen dürfen. Bei meiner Planung von neuen Unterrichtseinheiten öffne ich das Kästchen und versuche, die Interessen der Kinder zu berücksichtigen. Wenn ich die Wünsche der Kinder aus dem Sportkästchen betrachte und diese mit ihren allgemeinen Äußerungen abgleiche, so wird der Wunsch, große Sportspiele im Sportunterricht zu spielen, sofort deutlich. „Spielen wir heute Fußball oder Basketball? Können wir Volleyball spielen? Die Motivation, große Sportspiele zu spielen, ist bei vielen Kindern sehr hoch.
Viele Kinder meiner Schule bringen Vorerfahrungen mit. Einige spielen im Verein, kennen dementsprechend die Regeln, Bewegungsabläufe und Spielzüge genau. Andere kennen das Basketballspiel aus den Medien oder von Spielen in der Freizeit. Sie haben dementsprechend Vorerfahrungen, kennen die Regeln und konkreten Bewegungsabläufe jedoch noch nicht. Zudem gibt es auch Kinder an meiner Schule, die noch nie einen Basketball in der Hand hatten und keine Vorstellungen vom Spiel haben. Einige begegnen der Sportart auch ängstlich, da sie sich vor dem „harten Basketball fürchten. Es gibt auch Kinder mit motorischen Einschränkungen, die bei der Planung zu berücksichtigen sind. Die Heterogenität der Lerngruppe ist demnach sehr groß. Mein Ziel ist es, dass alle Kinder, mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen, gemeinsam und erfolgreich Basketball spielen können. Damit dies gelingen kann, entscheide ich mich größtenteils für offene Arbeitsphasen, in denen die Kinder selbstständig an individuellen Lernzielen arbeiten können. So ist es zum Beispiel nicht selten der Fall, dass einige sich im Korbwurf versuchen und andere gleichzeitig ihre Fähigkeiten beim Basketballprellen erweitern.
Einstieg in die Unterrichtsreihe
Zu Beginn der Stunde lege ich Basketbälle in die Mitte der Turnhalle aus. Die Kinder meiner Klasse wissen, wenn die Musik erklingt, bin ich bereit und sie dürfen aus den Umkleidekabinen in die Sporthalle kommen. Nachdem sie ihren Schmuck in den Schmuckkasten gelegt haben, dürfen sie sich sofort an den Gegenständen bedienen, die sie vorfinden. Während einige Kinder der Klasse auf die Basketbälle zustürmen und freudestrahlend durch die Turnhalle rufen: „Juhu, wir spielen Basketball!, spielen andere Kinder erst mal ein Fangspiel und zeigen wenig Interesse an den Basketbällen. In dieser Phase lasse ich die Kinder selbst entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder nicht. In den ersten zehn Minuten meiner Doppelstunde ist es mir wichtig, dass die Kinder ihren Bewegungsdrang befriedigen können und mit einem positiven Empfinden in die Sportstunde starten. Während dieser Anfangsphase erkläre ich dann den Kindern, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Sport teilnehmen dürfen, oder denjenigen, die ihre Sportkleidung vergessen haben, welche Beobachtungsaufträge sie in dieser Stunde erhalten. (M1) Nach zehn Minuten beende ich das freie Spiel und mache die Musik an. Mit meiner Klasse habe ich zu Beginn des Halbjahres vereinbart, dass wir uns immer im Kreis treffen, wenn ein bestimmtes Lied erklingt. Das Lied lasse ich zwei Minuten lang an und in dieser Zeit haben die Kinder die Chance, angefangene Bewegungsabläufe zu beenden und anschließend die Materialien an die Stelle zurückzubringen, an der sie sie vorgefunden haben. Wenn das Lied zu Ende ist, müssen alle Kinder im Kreis sitzen. Nach einer kurzen Begrüßung und Schmuckkontrolle gebe ich einen stummen Impuls, indem ich auf den Basketball zeige. Die ersten Kinder melden sich und äußern, dass wir im Sportunterricht bestimmt Basketball spielen werden. Zusätzlich zu den Äußerungen der Kinder visualisiere ich das Wort Basketball auf einem kleinen Schild für meine Kinder, die die...

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