8. – 10. Schuljahr

Michael Mertens

Helfen und retten

Die Schülerinnen und Schüler erlernen grundlegende Techniken des Rettungsschwimmens und erweitern ihre Erfahrungen für ein kompetentes Verhalten im Wasser in Gefahrensituationen

Schwimmen ist bei vielen Kindern und Jugendlichen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Im Sportunterricht dagegen schwindet insbesondere ab der Mittelstufe häufig die Begeisterung. Rettungsschwimmen bietet in seiner Vielfalt gute Möglichkeit, die Freude am Schwimmen aufrechtzuerhalten und neue Techniken zu erlernen. Es können vielfältige Bewegungserfahrungen initiiert aber auch schwimmerische Bewegungsabläufe geschult werden. Darüber hinaus werden beim Rettungsschwimmen auch soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Team- und Kommunikationsfähigkeit entwickelt. Voraussetzung ist, dass die Schülerinnen und Schüler sicher schwimmen können sowie Grundfertigkeiten aus dem Bereich der Wasserbewältigung beherrschen: Tauchen, Atmen, Springen, Gleiten.
Im Unterricht stehen handlungsorientierte, offene Aufgabenformate im Vordergrund, bei denen individuelle, situationsangemessene Lösungsvorstellungen entwickelt werden. Dies gilt besonders für das Rettungsschwimmen. Das bloße Wiederholen einer idealtypischen Technik ist aufgrund des unterschiedlichen Leistungsstands der Lernenden sowie der sehr variablen Rettungssituationen nicht hilfreich. In den Unterrichtsstunden wird für die intendierte selbstgesteuerte Lernprozessgestaltung eine Mischung aus schülerorientierten Methoden und materialgeleiteten Steuerungsformen genutzt. Offene Unterrichtsformen stoßen jedoch im Schwimmunterricht an Grenzen. Deshalb müssen grundlegende Sicherheitsregeln und Verhaltensweisen vor, während und nach dem Schwimmunterricht erörtert und konsequent von der Lehrkraft durchgesetzt werden.
Einstieg in das Vorhaben
Zu Beginn der ersten Unterrichtseinheit soll die Identifikation mit dem Lehr-Lernprozess angebahnt werden. Den Schülerinnen und Schülern wird der Alltagsbezug des Rettungsschwimmens an einem realitätsnahen Beispiel verdeutlicht. Hierfür wird ein Badeunfall an einem ihnen bekannten Baggersee geschildert. Dies ist für die Lernenden nachvollziehbar, da in Kürze ein Wandertag an einen See geplant ist. Anschließend werden die Ziele des Unterrichtsvorhabens entfaltet: Rettungssituationen richtig einschätzen lernen und situationsangemessen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten handeln.
Voraussetzungen der Lerngruppe
Im Hauptteil der Stunde werden die Lernvoraussetzungen festgestellt. Um einen Überblick über die schwimmerischen Voraussetzungen der Lerngruppe zu erhalten, werden spielerisch Bewegungsaufgaben, zum Beispiel kleine Partnerwettbewerbe, und Wettkämpfe wie Transportstaffeln durchgeführt, die eine möglichst große Bandbreite von rettungsspezifischen Elementen enthalten. So erhält die Lehrkraft einen Überblick über den motorischen Leistungsstand, das Lern- und Arbeitsverhalten sowie die sozialen Kompetenzen. K1
K 1 | Partneraufgaben


K 1 | Partneraufgaben
Schubkraft
Zwei Partner befinden sich im Wasser gegenüber und strecken sich ihre Hände so entgegen, dass sich ihre Handflächen berühren. Auf Kommando versuchen sie, sich gegenseitig durch starke Schwimmbewegungen der Beine mit gestreckten Armen wegzuschieben.
Variation
Die Schwimmer begeben sich in Rückenlage und stellen ihre Fußflächen gegeneinander. Sie versuchen, sich gegenseitig mit Armbewegungen in Richtung Beckenrand wegzuschieben.
Schiebeschwimmen
Ein Schwimmer A liegt in Rückenlage mit Auftriebshilfe (z.B. Schwimmbrett) vor seinem Partner B. Schwimmer B ergreift die Füße von A und schiebt ihn auf die andere Beckenseite. Die auf dem Schwimmbrett liegende Person darf den Vortrieb nicht unterstützen. Dort angekommen, wechseln die Partner die Positionen. Welches Team hat die Strecke zuerst bewältigt?
Gespann
Zwei Schwimmer befinden sich in Rückenlage und berühren sich mit den Fußflächen.
Sie sollen, ohne...

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