11. – 13. Schuljahr

Felix Burmeister/Simon Drosten

Die Wassershow

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe lernen Elemente der Sportart Synchronschwimmen kennen und gestalten eine Choreografie

Zugegeben: Die Blicke der Schüler und Schülerinnen versprühten schon einmal mehr Begeisterung und Motivation, als sie in Großbuchstaben das Wort „Synchronschwimmen an der Tafel im Schwimmbad entdecken. Tatsächlich gibt es nur wenige Sportarten, die so weiblich konnotiert sind wie das Synchronschwimmen und so wird es gerade von Jungen häufig belächelt und hinsichtlich der motorischen Anforderungen unterschätzt. Nicht nur aus diesem Umstand ergeben sich Möglichkeiten für ein Unterrichtsvorhaben zur Bewegungsgestaltung im Wasser.
Schwimmunterricht sieht in den meisten Schulen ähnlich aus: Zunächst werden die zugrundeliegenden Schwimmtechniken vermittelt und anschließend verbessert; Doch hat der Schwimmunterricht viel mehr zu bieten und sollte sich angelehnt an die Forderung nach einer mehrperspektivischen Ausrichtung für diese Möglichkeiten öffnen. Trotz möglicher Vorbehalte, hat das Thema einen hohen Aufforderungscharakter, da es sich von den Inhalten in der Sekundarstufe I abhebt und somit einen neuen Zugang zum Bewegungsraum Wasser vermittelt. Wriggen, Wassertreten sowie die zahlreichen verschiedenen Synchronschwimmfiguren sind anspruchsvolle Bewegungen, die hohe Koordinations- und Ausdauerleistungen verlangen. So kann zudem die Akzeptanz gegenüber dieser wenig bekannten Sportart erhöht werden.
Aufbau des Unterrichtsvorhabens
Das Unterrichtsvorhaben ist so angelegt, dass die Lernenden eigenverantwortlich eine Choreographie erarbeiten und sich hierbei Orientierungshilfen an einer von der Lehrkraft bereitgestellten Materialtheke holen. Die Materialtheke hält Informationen zu Aufstellungsformen, Synchronschwimmfiguren und Techniken bereit. Die kreative Gestaltung neuer, eigener Bewegungen ist ausdrücklich erwünscht. Zusätzlich erhalten die Schüler und Schülerinnen mit der Mappe (siehe Material) ein Begleit-Instrument, mit dessen Hilfe sie sich intensiv mit dem neuen Inhalt auseinandersetzen können und hierbei produktive Lösungen finden müssen. Diese Arbeit in Form von Lernaufgaben (Pfitzner/Aschebrock, 2013) intendiert das eigenständige, entdeckende und forschende Lernen. Wichtig ist es jedoch, als Lehrkraft die richtige Balance zwischen möglichst passenden Anleitungen und Unterstützung bei Nachfragen zu finden. Hierbei soll die Mappe den Lernenden eine Grundlage bieten, auf der im Unterricht mit Hilfe von theoretischem und praktischem Input aufgebaut werden kann. Die Gruppen arbeiten im Verlauf des Unterrichtsvorhabens zunehmend selbstständig. Die Lehrkraft gibt nur gelegentlich zu einzelnen Gestaltungskriterien konkrete Hilfestellungen oder zur weiteren Verbesserung der Choreographie.
Es bietet sich an, im Sinne einer spezifischen Erwärmung die grundlegenden Fertigkeiten des Wriggens und Wassertretens für das Synchronschwimmen einzuüben und zutrainieren. Dazu werden beim Wriggen die Hände in Form einer liegenden Acht scheibenwischerartig nach innen und außen bewegt. Die Beinbewegung des Wassertretens in Form eines wechselseitigen Brustbeinschlages könnte einigen Lernenden vom Wasserball bekannt sein.
Im nächsten Schritt wählt jede Gruppe geeignete Musik aus und erarbeitet Schritt für Schritt ihre eigene Choreographie. Im Laufe des Unterrichtsvorhabens geben sich die Lernenden untereinander ein kriteriengeleitetes Feedback und können gegebenenfalls auch durch den Einsatz von Videoaufnahmen Änderungen an ihrer Choreographie planen. Am Ende des Unterrichtsvorhabens steht die Präsentation der Gruppenarbeiten. K1
Individuelle Zugänge finden
Alle Schüler und Schülerinnen des Oberstufenkurses können sich sicher im Wasser bewegen und sind das selbstständige und produktorientierte Arbeiten an gemeinsamen Choreographien gewöhnt. Das Unterrichtsvorhaben erfordert ein möglichst freies Arbeiten im Schwimmbecken und ein Üben...

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