5. – 10. Schuljahr

Oliver Peters/Steffi Zielonka

„Wer bremsen kann, gewinnt!

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln einen Inlineskateparcours und werden anschließend leistungsdifferenziert beurteilt

Inlinerfahren im Sportunterricht ist sowohl mit vielen positiven Emotionen, aber gleichzeitig auch mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden. Außerdem steht man häufig vor der Problematik einer hinsichtlich der Lernausgangslage sehr heterogenen Schülergruppe. Da gibt es zum einen diejenigen, die seit Jahren Inliner fahren und sich sicher und z.T. auch schon mit selbst erprobten Tricks fortbewegen können und zum anderen diejenigen, die noch über keinerlei Erfahrung auf Inlinern oder vergleichbaren Sportgeräten (Schlittschuhe, Rollschuhe, Wave- und Skateboard etc.) verfügen.
Im folgenden Artikel wird deswegen eine mögliche Vorgehensweise dargestellt, die die unterschiedlichen motorischen Lernvoraussetzungen berücksichtigt. Abschließend wird dieses Vorgehen hinsichtlich der Chancen und Möglichkeiten erörtert.
Transparentes Vorgehen
Um die unterschiedlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen, ist es gleich von Beginn an wichtig, dass den Schülerinnen und Schülern die kurz- und langfristige Vorgehensweise transparent gemacht wird. Dies beinhaltet sowohl die Ziele und Inhalte, als auch die erwarteten Leistungen und die damit verbundene Bewertung.
Die Bewertung erfolgt in diesem Vorhaben auf verschiedenen Ebenen: Es wird sowohl die punktuelle als auch die unterrichtsbegleitende motorische Leistung systematisch erfasst. Diese bildet zwar den Kern der schulsportlichen Leistung, darf aber bei der Gesamtbeurteilung nicht bei ihr stehen bleiben. Außerdem gilt es im Sinne der Entwicklung einer umfassenden Handlungskompetenz auch methodische, soziale und kognitive Leistungen zu berücksichtigen. Die für dieses Unterrichtsvorhaben spezifische Konkretisierung wird im weiteren Verlauf des Artikels dargestellt.
Lernstand ermitteln
Zur Diagnose der Lernvoraussetzungen (Material 1 ) wird zunächst ein kleiner Parcours aufgebaut, der erste Informationen über den Leistungsstand liefert. Anschließend schätzen sich die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihres Kenntnisstands mit Hilfe eines Diagnosebogens ein. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die sich zuvor schon als absolute Anfänger „geoutet haben, bekommen eine erste Einführung in das Inlinerfahren. An dieser Stelle zeigen sich wie bereits gemutmaßt große Unterschiede im Könnensstand der Gruppe. Die Motivation ist insgesamt groß und vor allem die motorisch bereits erfahrenen Kinder demonstrieren kleinere und größere Kunststückchen auf den Rollen.
Die Selbsteinschätzung ihrer motorischen Fertigkeiten mit Hilfe des Diagnosebogens am Ende der Stunde fällt den meisten Schülerinnen und Schülern leicht, wobei es natürlich wie immer auch diejenigen gibt, die sich eher über- bzw. auch unterschätzen. Manchmal wird die Einschätzung auch durch den Wunsch beeinflusst, mit einer bestimmten Freundin oder einem Freund in einer Gruppe zu sein. Für diese Fälle beobachtet die Lehrkraft aufmerksam das Geschehen, bevor sie gegebenenfalls in Einzelfällen eingreift und durch gezieltes Nachfragen steuert.
Differenzierte Aufgabenstellung
Ausgehend von den Ergebnissen der vorangegangenen Stunde, wird dann der Verlauf des weiteren Unterrichtsvorhabens erläutert. Als Anknüpfungspunkt dafür dient hierbei das Ergebnis der Selbsteinschätzung, das die Heterogenität der Gruppe verdeutlicht. Fast automatisch ergibt sich daraus auch für die Kinder eine Einteilung nach unterschiedlichem Könnensstand.
Für die Gruppe wird eine Einteilung in drei Niveaustufen vorgenommen. Die Schülerinnnen und Schüler werden im Groben als „Profis , „Fortgeschrittene und „Anfänger charakterisiert. Ausgehend von dieser Einteilung, bekommen die Gruppen eine spezifische Lernaufgabe, die die jeweiligen Stärken der einzelnen Gruppenmitglieder berücksichtigt, darüber hinaus aber zusätzlich auch eine...

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