11. – 13. Schuljahr

Mit Kompetenzrastern zum Erfolg

An diesem Berufskolleg wird das Lernen mit Kompetenzrastern gesteuert und transparent beurteilt. Thema ist das neue Spiel Torchball, das sich für heterogene Lerngruppen besonders eignetAnne-Christin Roth

Kompetenzraster dienen in erster Linie nicht als Bewertungsinstrument für Lehrkräfte, sondern sollen Schülerinnen und Schülern helfen, ihren Lernprozess zu steuern. Sie unterstützen bei richtigem Einsatz ein regelmäßiges prozessorientiertes Feedback und helfen Schülerinnen und Schülern zu verstehen, was genau eine gute Leistung im jeweiligen Gebiet ausmacht.
Den Sportlehrkräften helfen Kompetenzraster beim sog. „Backward Planning, bei dem ausgehend von Kompetenzformulierungen geeignete Lernaufgaben ausgewählt oder konzipiert werden, an denen Schülerinnen und Schüler ihr Kompetenzniveau entwickeln können. Außerdem stellen sie das Instrument für eine sukzessive Lernbegleitung dar, da sie es ermöglichen, das aktuelle Kompetenzniveau des einzelnen Schülers bzw. der einzelnen Schülerin zu diagnostizieren, strukturiert und kriteriengeleitet Rückmeldung zu geben und mit individuellen Fördermöglichkeiten die weitere Entwicklung zu unterstützen. Das mag zunächst aufwendig und vielleicht sogar abschreckend klingen, kann aber nach der vorbereitenden Arbeit bei der Erstellung eines solchen Kompetenzrasters die Arbeit im Unterricht deutlich erleichtern. Außerdem können Raster helfen, Leistungsbeurteilungen transparenter zu gestalten.
Im folgenden Praxisbeitrag wird beispielhaft geschildert, wie sowohl ein allgemeines, als auch ein Kompetenzraster für ein spezifisches Unterrichtsvorhaben aussehen kann. Zudem wird gezeigt, wie daraus ein Bewertungsbogen abgeleitet werden kann. Der Beitrag will dazu ermutigen, sich konstruktiv mit den neuen Herausforderungen der Leistungssteuerung und -bewertung auseinanderzusetzen und die sich daraus ergebenden Vorteile zu nutzen und sich nicht von den zum Teil überfordernd wirkenden curricularen Anforderungen lähmen zu lassen.
Entwicklung unserer Kompetenzraster
Zunächst entwickelten wir1 ein Kompetenzraster für den Sportunterricht in der zweijährigen Höheren Berufsfachschule. Dabei orientierten wir uns am sog. MEISTER-Modell2, das im Rahmen der Leistungsbewertung Motorische Leistung, Einsatzbereitschaft, Individuelle Verbesserung, Sozialverhalten, Theoretische Leistungen, Einhalten von Regeln und Vereinbarungen und Referate und andere selbstständige Leistungen berücksichtigt. Das Modell setzen wir bereits seit Jahren bei der Benotung ein, sodass es uns möglich war, aufgrund der Praxiserfahrung für die einzelnen Bereiche beobachtbare Indikatoren zu formulieren.
Konkret haben wir uns also gefragt, welche Handlungen wir im jeweiligen Bereich (z.B. Einsatzbereitschaft) erwarten. Dabei haben wir zunächst die Mindestanforderung (Stufe 1) formuliert und an „ausreichende Leistungen gedacht. Im nächsten Schritt wurde dann die höchste Kompetenzstufe (bei uns Stufe 4) formuliert, die das „bestmögliche beobachtbare Verhalten im jeweiligen Bereich darstellt. Danach füllten wir die beiden Stufen dazwischen. Hier tauchte ein Problem auf, das für die Entwicklung von Praxisinstrumenten auf Grundlage bildungstheoretischer Konstrukte vermutlich typisch ist.
Praktische Handhabbarkeit vs. logische Stringenz
Beim Entwickeln der Indikatoren für das Kompetenzraster standen wir immer wieder vor dem Problem, dass die gestuften Indikatoren, also das im Unterricht beobachtbare Verhalten, im Detail nicht immer unterschiedliche Niveaustufen zu genau dem gleichen Kompetenzbereich darstellen. Gleiches gilt für den Zuwachs im Kompetenzniveau je Stufe, der nicht immer eine gleichmäßige Niveauzunahme, sondern mal größere und mal kleinere Entwicklungsschritte abbildet.
So handelt es sich beispielsweise bei dem Ausführungen „Ich erscheine pünktlich und mit Sportkleidung und Sportschuhen und „Ich unterstütze aktiv die Organisation des Sportunterrichts (z.B....

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