8. – 10. Schuljahr

Jennifer Breithecker/Anja Reger/Christine Höß-Jelten

Laufend die Umgebung erkunden

Lernende der Mittelstufe schulen ihre Ausdauerleistungsfähigkeit mit zwei motivierenden Orientierungsläufen: Running Taskforce und dem Selfie-Erkundungslauf

Ausdauerlaufen in der Schule ein schwieriges Thema, denn Schüler und Schülerinnen assoziieren mit konditionellen Anforderungen häufig negative Erfahrungen wie Atemnot, Seitenstechen und schlechte Noten (Hottenrott & Gronwald, 2010). Häufig werden sie durch monotone Rundenläufe oder durch Ausdauerleistungstests (Sechs-Minuten-Lauf oder Cooper-Ausdauertest) überfordert und demotiviert. Im Rahmen der modernen Schülerleichtathletik wird deshalb immer wieder betont, dass Ausdauerlaufen in der Schule Spaß machen darf und ein Trainingsreiz deshalb möglichst spielerisch verpackt werden soll (ebd.). Orientierungsläufe bieten hier vielseitige Möglichkeiten, um Ausdauerlaufen in der Schule sowohl in der Sporthalle als auch auf dem Schulgelände oder in nahgelegener Umgebung ansprechend und kreativ unter Verbesserung physischer Fähigkeiten sowie der navigatorischen und sozialen Kompetenz zu gestalten.
Null Bock auf Laufen?!
Es ist Dienstagmorgen 8:00 Uhr. Nach und nach schleichen meine¹ Neuntklässlerinnen in die Turnhalle und aus ihren Gesichtern lese ich: „Null Bock auf Laufen zu früh und Ausdauer sowieso schon gar nicht. Tratschend entledigen sie sich ihrer letzten Schmuckstücke und
binden sich widerwillig ihre Haare zusammen, um sich dann im Sitzkreis zur Begrüßung einzufinden. Um das ausdauernde Laufen auch für meine Schülerinnen attraktiv zu gestalten, habe ich mir für heute etwas Besonderes überlegt. Der Orientierungslauf heißt Running Taskforce und dient als Hinführung zum Wittelsbacher Selfie-Erkundungslauf in der darauffolgenden Unterrichtswoche. (K1)
Running Taskforce
Die 27 Schülerinnen² sollen sich in neun Dreierteams zusammenfinden. Die beiden passiven Schülerinnen dieser Stunde dürfen mit mir zusammen die Spielleitung bilden. Sie erhalten einen Laufzettel und wir verteilen uns mit jeweils drei Dreierteams auf wiederum drei Sammelpunkte in der Turnhalle. Durch die Organisation des Spiels an mehreren Stationen mit mehreren Spielleitern ist es für die Lehrkraft leichter, den Überblick zu bewahren. An jeder Station erwürfeln die Teams zunächst ihre Startreihenfolge und stellen sich hintereinander auf, wobei ich jedem Team eine Teamnummer zuweise. Ich erkläre den Schülerinnen, dass ich 50 Nummernzettel mit einem Codewort im Schulhaus vor der Turnhalle und auf dem Pausenhof verteilt habe und sie diese finden sollen. Welche Nummer sie suchen sollen, wird im Team erwürfelt. Pro Lauf darf nur ein Nummernzettel gesucht werden. Das Codewort müssen sie sich merken, um bei der Rückkehr an ihrer Station eine Aufgabe zu erhalten. Wichtig ist, dass bei der Nennung des Codeworts alle Teammitglieder anwesend sind. Eine Schülerin erkundigt sich, wo genau die Zettel aufgehängt sind und ich grenze den Suchkreis noch einmal konkret ein. Ich weise außerdem darauf hin, sich ihre Kräfte gut einzuteilen, also gleichmäßig zu laufen und nicht gleich loszusprinten, sodass sie möglichst eine Stunde lang durchhalten können.
Nummern erwürfeln
Dann eröffne ich das Spiel mit einem lauten Startsignal. Die jeweils ersten Teams an den drei Stationen erwürfeln nun die Zahl des ersten Nummernzettels, den wir Spielleiter auf dem Laufzettel notieren, und schwirren aufgeregt aus. Ungeduldig beginnen die nächsten Teams, an den Stationen zu würfeln. Die gestaffelte Startreihenfolge habe ich aus organisatorischen Gründen eingeführt, damit die Teams nicht alle gleichzeitig losrennen und die Stationsleiter die Anfangszahlen nacheinander in den Laufzettel eintragen können. Allerdings könnten auch alle Teams bei entsprechend vielen Würfeln gleichzeitig starten. Das Aufhängen der 50 Nummernzettel habe ich 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn erledigt. Dabei habe ich darauf geachtet, dass der...

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