10. – 13. Schuljahr

Achim Schüler

Eine Frage der Methode

Schülerinnen und Schüler eines Leistungskurses erarbeiten in Auseinandersetzung mit Konzepten des motorischen Lernens einen individuellen Lernweg zum Dreisprung

Wie kann ich den unterschiedlichen Voraussetzungen bei der Vermittlung einer neuen Disziplin gerecht werden? Diese Frage steht vor dem Hintergrund der heterogenen motorischen Voraussetzungen und Lernerfahrungen im Mittelpunkt. Um allen Schülerinnen und Schülern individuelle Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, bedarf es differenzierter Angebote sowie individualisierter Aufgabenstellungen. Als Lehrkraft einen individuell angepassten Lernweg herauszuarbeiten, ist in großen Lerngruppen kaum zu leisten. Daher erscheint es mir sinnvoll, Lernenden methodische Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, eigene Lernwege auszuarbeiten und Übungsprozesse selbstgesteuert zu organisieren. So können sie später selbstständig an ihrer individuellen Technik arbeiten.
Der Beitrag zeigt, wie sich Schülerinnen und Schüler in einem Leistungskurs Sport in Auseinandersetzung mit Konzepten des motorischen Lernens eigene Lernwege erschließen und diese hinsichtlich der Effektivität in Bezug auf ihre individuellen Voraussetzungen praktisch überprüfen. (K1)
K1 | das vorhaben im Überblick
K1 | das vorhaben im Überblick
  • Stunde 1:Vielfältiges Springen
  • Stunde 2: Erfassung der individuellen Lernausgangslage
  • Stunde 3:Erarbeitung der technischen Knotenpunkte des Dreisprungs
  • Stunden 4 – 5:Erprobung eigener Lernwege in Kleingruppen
  • Stunde 6:Einschätzung des individuellen Lernfortschritts und
  • Auswertung des Vorhabens
Vielfältiges Springen
Zu Beginn erkläre ich, dass in den nächsten Unterrichtsstunden Dreisprung zum Thema gemacht wird. Um die Lerngruppe an den komplexen Bewegungsablauf des Dreisprungs zu gewöhnen, stelle ich verschiedene Aufgaben aus dem Sprung-ABC und zur Schulung des Sprungrhythmus: Einbeinsprünge, Wechselsprünge (links-links-rechts-rechts), Sprungläufe (links-rechts-links-rechts) auch über flache Hindernisse oder markierte Zonen.
Im Anschluss führe ich die wettkampfgemäße Sprungfolge „links-links-rechts bzw. „rechts-rechts-links ein und verwende dabei bereits die für den Dreisprung relevanten Schrittbezeichnungen Hop, Step und Jump. Die Lerngruppe erprobt beide Sprungfolgen. Die quantitative Leistung erfassen sie mit dem Maßband, protokollieren sie und untersuchen sie in Relation zur Sprungfolge. In der Auswertung der Erprobungsphase hinterfragen einige Schülerinnen und Schüler die Sinnhaftigkeit, den Dreisprung über das Sprung-ABC einzuführen. So fordern einige eine Bewegungsdemonstration durch mich ein, um diese im Anschluss direkt nachahmen zu können: „Machen Sie uns das mal vor, dann wissen wir, wie es geht! oder „Sagen Sie uns doch einfach, worauf es beim Dreisprung ankommt!
Das Auswertungsgespräch wird zum Anlass genommen, die zu bearbeitende Fragestellung des Unterrichtsvorhabens „Wie lerne ich eine neue Bewegung? zu entwickeln und gemeinsam mit der Lerngruppe Perspektiven für das weitere Vorgehen zu entfalten. Die Schülerinnen und Schüler äußern dabei folgende Strukturierungsvorschläge für die nächsten Stunden:
  • Die Lernausgangslage erfassen
  • Übungsprozesse zur Verbesserung der Technik initiieren und gestalten
  • Den Bewegungsablauf erneut erfassen
Auf die Frage, was zur Lösung der Aufgabenstellung noch gelernt werden muss, äußert die Lerngruppe konkrete Vorschläge. Den Lernenden erscheint es sinnvoll, mehr Informationen über Methoden zum Erlernen des Dreisprungs zu sammeln, um so konkrete Übungsformen entwickeln und erproben zu können. Darüber hinaus sollen Kriterien gesammelt werden, anhand derer die Qualität der Bewegung beschrieben und beurteilt werden kann. Am Ende der ersten Stunde teile ich das Lerntagebuch aus (Material als Download). In diesem werden die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess dokumentieren.
Erfassung der Lernausgangslage
Zur Erfassung der...

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