5. – 12. Schuljahr

Julia Hainz

Kooperieren und Spielen mit dem KIN-Ball

Im Jahre 1986 erfand der Sportlehrer Mario Demers in Kanada die Mannschaftssportart, bei der sportspiel-untypisch stets drei Mannschaften auf dem Spielfeld stehen. Außergewöhnlich bei diesem Spiel sind auch die Dimensionen des Spielballes. Mit einem Gewicht von lediglich 1kg ist er verhältnismäßig leicht, gleichzeitig mit einem Durchmesser von 1,22m vergleichsweise riesig und in der Handhabung entsprechend ungewohnt und neuartig. Diese spannende Kombination lässt sich auch gut in der Schule anwenden.
Spielregeln
Das Ziel des Spiels ist es, durch geschicktes Aufschlagen oder Anspielen des Balls möglichst viele Punkte zu erzielen. Diese gibt es dann, wenn es der annehmenden oder fangenden Mannschaft nicht gelingt, den Ball zu kontrollieren und dieser aus der Luft auf den Boden fällt. Gespielt wird mit drei Teams (etwa Blau, Grün und Gelb) mit jeweils vier Spielern. Ein Team, beispielsweise das blaue, beginnt mit dem Aufschlag. Dabei halten drei Spieler des blauen Teams im Dreieck kniend oder stehend den Ball über Kopf, sodass der vierte Spieler den Kinball einhändig oder beidhändig in die Luft schlagen kann (vgl. Foto 2, 3, 5). Der Ball muss mindestens 2,40m weit (doppelter Balldurchmesser), waagerecht oder senkrecht nach oben geschlagen werden. Kurz bevor der Ball geschlagen wird, ruft das Team Blau „Omnikin (griechisch omni = vielfältig; kin = bewegen) und die Farbe einer gegnerischen Mannschaft, die den Ball nach dem Aufschlag annehmen muss: zum Beispiel „Omnikin Grün! Das gewählte grüne Team muss nun versuchen, den Ball, bevor er nach dem Aufschlag von Blau den Boden berührt, unter Kontrolle zu bringen. Gelingt dies, ohne den Ball ins „Aus (Sporthallenwand) zu spielen, ist Team Grün an der Reihe aufzuschlagen und keine Mannschaft bekommt einen Punkt. Gelingt es Team Grün hingegen nicht, den Ball zu kontrollieren, erhalten die anderen Mannschaften, also Blau und Gelb, je einen Punkt. Aufschlagfehler werden genauso behandelt.
Wird ein Fehler begangen, bekommt die Mannschaft, die den Fehler begangen hat, wieder den Ball.
Aufschlagfehler sind:
  • die aufschlagende Mannschaft schlägt den Ball ins Aus oder an die Wand
  • der Ball wird nach unten und nicht waagerecht oder senkrecht nach oben aufgeschlagen
  • der Ball fliegt nicht mindestens 2,40m
  • der gleiche Spieler schlägt zwei Mal hintereinander auf
  • der Ball wird beim Aufschlag nicht von drei Spielern berührt bzw. gehalten
Der Ball darf mit allen Körperteilen kontrolliert und geführt werden. Haben weniger als drei Spieler Kontakt zum Ball, darf sich mit diesem auch frei auf dem Spielfeld bewegt werden. Haben drei Spieler Kontakt zum Ball, muss an dieser Stelle abgestoppt und erneut aufgeschlagen werden. K 1
K1 | Spiele mit dem KIN-Ball
K1 | Spiele mit dem KIN-Ball
Ballhandlingstaffel
Die Klasse wird in zwei gleichgroße Teams aufgeteilt. Jedes Team bekommt einen Kinball. Einer steht in der Kreismitte, die anderen im Innenstirnkreis außen herum. Der Ball wird nun im Zickzack zum Mittelspieler gespielt und zurück nach außen. Zuerst ist Passen in jeglicher Variante erlaubt, später nur mit den Beinen, Armen oder anderen Varianten, die von der Lehrkraft vorgegeben werden. Gelingen die ersten Runden, können die beiden Gruppen gegeneinander in einer Staffel antreten. Jeder, der einmal abgespielt hat, setzt sich auf den Boden. Ein Durchlauf ist beendet, sobald alle im Kreis auf dem Boden sitzen und der Mittelspieler den Ball nach oben hält.
Kreisball
Die Schülerinnen und Schüler gehen in Viererteams zusammen. Jeder bekommt ein Spielfeld zugewiesen. Drei halten den Ball, der vierte schlägt ihn reihum zum nächsten Team. Punktgewinn ist, wenn der Ball den Boden der gegnerischen Zone berührt. Variante: Aufrufen der Mannschaft, in deren Zone gespielt wird. Spiel mit mehreren Bällen oder Veränderung der Spielerzahl der Teams.
Tratzball im Kreis
Es wird ein Fänger bestimmt, die restlichen Schüler und...

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