7. – 9. Schuljahr

Frank Hamann, Steffen Greve und Thomas Krüger

Mutig, schnell und geschickt

Schülerinnen und Schüler nehmen die Position des Torhüters ein, erlernen zentrale Techniken und reflektieren diese exponierte Stellung im Handballspiel

Die Position des Torhüters ist im Handballspiel äußerst exponiert und strahlt auf viele Schülerinnen und Schüler einen großen Reiz aus. Andere schreckt diese Position ab. Der Beitrag greift diesen Umstand auf und zeigt, wie in einer Jahrgangsstufe 7 diese Position in Übungs- und Spielformen von möglichst vielen Kindern eingenommen und ausprobiert werden kann. Dabei wird die gesamte Lerngruppe einbezogen. Die spezifischen Techniken des Torwartspiels stehen im Mittelpunkt sowie das soziale Miteinander. K 1
K 1 | Torwartposition und -technik
K 1 | Torwartposition und -technik
Grundposition
In der Grundposition steht der Torhüter mit den Füßen schulterbreit und verlagert sein Körpergewicht auf den Vorderfuß. Die Kniegelenke sind leicht gebeugt, damit er für schnelle Aktionen vorbereitet ist. Die Arme sind angehoben und in den Ellenbogen angewinkelt. Die Ellenbogen sind auf Schulterhöhe, die Hände auf Kopfhöhe. Die Handflächen zeigen Richtung Werfer. Die Finger sind dabei gespreizt und angespannt, um daraus eine große Abwehrfläche für den Ball zu bilden. Die Handgelenke sind vor den Ellenbogen und die Ellenbogen sind vor den Schultern. So fungieren die Gelenke als Stoßdämpfer für den geworfenen Ball und schlagen nicht durch (Achtung: Verletzungsgefahr!) (Schubert, 2015).
Grundtechniken mit Armen und Beinen
Der Torwart bewegt sich vor seinem Tor in kleinen, seitlichen Schritten und ist dadurch ständig auf Ballhöhe. Er beobachtet den Ball und die Bewegungen des Ballhalters. Um einen Ball abzuwehren, führt er grundsätzlich beide Hände vor dem Körper zum Ball. Wenn der Torwart nur wenig Zeit für die Abwehr eines Balles hat, kommen auch einhändige Aktionen Richtung Ball vor. Um flach geworfene Bälle abzuwehren, bildet der Torwart eine große Fläche mit Hand und Fuß auf der linken oder rechten Seite (je nach bedrohter Torecke). Der Fuß wird dabei seitlich gedreht und ganz auf den Boden aufgesetzt, während die Fußspitze in Bewegungsrichtung zeigt. Die Hand wird noch vor dem Fuß gehalten und sichert das Tor über dem Fuß.
Die Schüler und Schülerinnen lernen in verschiedenen Übungen und Spielen die Position des Torwarts bewusst kennen und sammeln erste Erfahrungen beim Abwehren von Bällen. Uns ist dabei wichtig, dass alle ermutigt werden, diese Position einzunehmen.
Auf der Torwartposition halten die Lernenden Torwürfe und führen verschiedene Abwehrbewegungen aus. Sie finden heraus, ob sie selbst diese Position bekleiden möchten. Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich mutig und wertschätzen ihre Mitschüler beim Spielen auf dieser Position. Entscheiden sich einzelne Lernende dagegen, diese Position im Spiel einzunehmen, verdient diese Entscheidung ebenso den Respekt der Lerngruppe. K 2
K 2 | Allgemeine Hinweise
K 2 | Allgemeine Hinweise
  • Sollten Vereinsspieler in der Klasse sein, können diese als Experten fungieren und anderen Schülerinnen und Schülern Tipps geben und etwa Techniken erklären.
  • Falls zu wenige Hütchen vorhanden sind, können auch Fahnenstangen, Bodenmarkierungen oder Klebestreifen verwendet werden. Auch können Pylonen doppelt belegt werden.
  • Wenn kein Torwart gefunden wird, kann dies per Rotationsprinzip aufgefangen werden: Wer ein Tor geworfen hat, geht als nächstes ins Tor. Alternativ kann das Torwartspiel entschärft werden, indem zwei Hütchen vor den Torpfosten als Ziel stehen: Ein getroffenes Hütchen gibt drei Punkte, der Treffer ins Tor einen Punkt. So muss der Torwart nicht jeden Ball halten.
  • Oft haben Schülerinnen und Schüler Angst, einen Ball hart am Körper abzubekommen. In dem Moment ist eine Differenzierung der Gruppe nach Wurfkraft sinnvoll. Schülerinnen und Schüler können sich selbst zuteilen und ihre Möglichkeiten abschätzen. Es bietet sich an, mit...

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