5. – 7. Schuljahr

Ina Knobloch

Handballspielen lernen

In Anlehnung an die Spielphasen im Kinderhandball werden Basiskompetenzen sowie handballspezifische Spielfähigkeit vermittelt und der Übergang von Kleinen Spielen zum ersten Handballspielen gestaltet

Stehen beim Handballspielen in der Grundschule meist die Kleinen Spiele im Fokus, soll in der weiterführenden Schule recht schnell ein „echtes Handballspiel stattfinden. Mit dieser Aufgabe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6 häufig überfordert. Dieser Beitrag zeigt, wie der Übergang von den Kleinen Spielen zu einem altersgerechten Handballspiel in der Unterstufe gelingen kann. Der typische Spielverlauf im Kinderhandball kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden (Abb. 1 ).
Damit alle Schüler und Schülerinnen in den beschriebenen Spielphasen erfolgreich agieren können, müssen spieltypische Anforderungen im koordinativ-konditionellen, technischen und taktischen Bereich bewältigt werden. Die Ausbildung koordinativ-konditioneller Basiskompetenzen hat im Sportunterricht durchgehend einen hohen Stellenwert. Die Schulung der technischen Basiskompetenzen erstreckt sich in der Unterstufe über das Erlernen einer Grobform handballspezifischer Techniken und dem Verständnis ihrer Anwendung im Spiel. Im Bereich der taktischen Basiskompetenzen stehen individualtaktische Handlungen im Vordergrund. Es geht darum, Spielsituationen wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und Spielhandlungen durchzuführen. Dabei spielt die Handlungsschnelligkeit eine entscheidende Rolle. Im Sportunterricht zeigen die Kinder deutliche Unterschiede in der Wahrnehmungsschnelligkeit, der Antizipationsfähigkeit und der Entscheidungsschnelligkeit. Aus diesem Grund wird in vielen Spielen explizit die kognitive Komponente der Handlungsschnelligkeit mitgeschult. Gleichzeitig werden die exekutiven Funktionen wie kognitive Flexibilität, Arbeitsgedächtnis und die Impulskontrolle trainiert, was sich wiederum positiv auf die schulischen Lernleistungen auswirken kann (Kubesch, Emrich & Beck, 2011).
Inhalte und Methoden
Oberste Priorität hat die Freude am Spiel. Neben der Schulung der technischen und taktischen Basiskompetenzen soll daher in jeder Unterrichtseinheit das Handballspiel nicht zu kurz kommen (3:3 plus Torhüter). Aus organisatorischen Gründen bieten sich dafür Querfelder an. Abwurflinien werden durch Gummimarkierungen oder vorhandene Linien gekennzeichnet. Die Tore können mit Hütchen oder Stangen markiert werden. In dem Fall dürfen Tore nur als Aufsetzer geworfen werden.
Um die technischen Basiskompetenzen zu schulen, werden Übungsformen gewählt. Diese sind so konzipiert, dass entscheidende Knotenpunkte der Technik akzentuiert werden, um typischen Fehlern vorzubeugen.
Die taktischen Basiskompetenzen werden in erster Linie durch Spielformen geschult, in denen sich den Kindern Freiräume für kreative Lösungen bieten. Daher sind die Spiele vielseitig und nicht nur auf handballspezifische Spielräume beschränkt. Durch das schrittweise Einführen von Zusatzregeln oder kognitiven Aufgaben wird die Handlungsschnelligkeit gefördert.
Jede der in Abbildung 1 gezeigten Spielphasen kann in jeweils ein bis zwei Doppelstunden ausgearbeitet werden. Im Folgenden soll es um die Spielphasen Überzahl herausspielen und dem Pendant in der Abwehr Ball erobern und Torwurf verhindern gehen.
Überzahl herausspielen
Zum Aufwärmen wird ein Fangspiel gespielt. Darin sind die Schülerinnen und Schüler gefordert, Laufwege zu beobachten, freie Räume zu erkennen und Lauftäuschungen einzusetzen. Die Kinder finden sich selbstständig in 3er-Gruppen zusammen und müssen festlegen, wer Nr. 1, 2 und 3 ist. Alle Teams bewegen sich im selben Spielfeld. Innerhalb jeder Gruppe versucht Nr. 1, die Nr. 2 zu fangen. Sobald Nr. 2 gefangen wurde, muss diese versuchen, Nr. 3 zu fangen. Wurde Nr. 3 gefangen, muss sie wiederum die Nr. 1 fangen usw.
Räume erkennen und nutzen
Nach dem Fangspiel verändere ich das vorhandene...

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