10. – 13. Schuljahr

Kira Weber/Lina Rüterbories

Film ab beim Sprungwurf

Im Übungsprozess filmen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig, analysieren ihre Bewegungen und wenden den Sprungwurf im Handballspiel an

Ob Tablets, Smartboards, Apps oder Online-Lernplattformen digitale Medien sind inzwischen auch im schulischen Alltag präsent. Sie können einen motivierenden Effekt, stärkere Kooperation sowie stärkere Selbststeuerung bei Schülerinnen und Schülern erzielen (Herzig, 2014). Zudem wünscht sich die Mehrheit der Lernenden, dass ihre Lehrkräfte „häufiger etwas Neues mit digitalen Medien ausprobieren (Schmid, Goertz & Behrens, 2017, S. 27). Schülerinnen und Schülern fällt es oft schwer, sich die eigenen Bewegungen vorzustellen. Hier kann Videofeedback hilfreich sein (Fasold & Schul, 2017). Gleichzeitig ist der Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht kritisch zu sehen, da hier der sportliche Aspekt im Vordergrund steht und einen Ausgleich zum stark digitalisierten Alltag bieten sollte. Zudem gilt für das Handballspiel in der Schule, dass der Technikerwerb mit Spielformen verbunden, die Eigentätigkeit der Lernenden unterstützt sowie eine möglichst hohe Bewegungsintensität ermöglicht werden sollte (Greve, Hamann & Krüger, 2017). Entsprechend stellt sich die Frage: Wie können digitale Medien im Sportunterricht eingesetzt werden, um Lernende auf motivierende Weise in ihrem handballbezogenen Technikerwerb zu unterstützen, ohne kooperative Lernprozesse, Eigenaktivität und körperliche Aktivität einzuschränken? In unserem Vorhaben sollen die Schülerinnen und Schüler den Sprungwurf im Handball erlernen oder verbessern und diesen mit Hilfe von Tablets und Bewegungsanalysetools üben, wobei spielerische Elemente nicht vernachlässigt werden. Die Unterrichtseinheit wurde im 12. Jahrgang eines Gymnasiums durchgeführt und umfasst drei Doppelstunden. K1
Der Sprungwurf im Handball
Eine der am häufigsten angewendeten und auch faszinierendsten Wurfvarianten im Handball ist der Sprungwurf. Die Ausführung ähnelt dem Schlagwurf, wobei der Wurf während eines Sprungs erfolgt. Der Sprungwurf kann von verschiedenen Positionen und in fast allen Spielsituationen ausgeführt werden. Je nach Position und Spielsituation, wird dieser weit oder hoch durchgeführt. So kann bei einem weiten Sprungwurf von der Außenposition der Wurfwinkel zum Tor verbessert oder bei einem hohen Wurf aus dem Rückraum über einen Abwehrspieler hinweg auf das Tor geworfen werden. Das Erlernen des Sprungwurfes kann für Schülerinnen und Schüler sehr motivierend sein. Insbesondere die koordinativen Schwierigkeiten bei der Verbindung von Sprung und Wurf sowie das rhythmische Anlaufen stellen jedoch auch eine Herausforderung dar. K2
Sprungwurf digital
Das Unterrichtsvorhaben ist eingebettet in eine größere Handball-Einheit. Während der ersten Stunden fiel auf, dass nur wenige in der Klasse den Sprungwurf im Handball nutzen und sich viele noch unsicher fühlen. Daher stellen wir eine Möglichkeit vor, wie der Sprungwurf motivierend vermittelt werden kann. Hierbei kommen Tablets und das Bewegungsanalysetool Kinovea zum Einsatz. Dieses Programm ist frei zugänglich. Die Lernenden können sich mit Hilfe von Kinovea filmen und ihren Sprungwurf anschließend allein oder zu zweit analysieren. Dabei können sie die Bewegung in Zeitlupe oder im Zeitraffer darstellen. Man kann auch zwei Videos gleichzeitig oder das gleiche Video in unterschiedlichen Ansichten ablaufen lassen, sodass die Bewegung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann. Die Handhabung von Kinovea benötigt keinen hohen Erklärungsaufwand. Kinovea lässt sich jedoch nur auf einem Laptop oder Tablet mit Windows-Betriebssystem installieren. Alternativ können daher auch andere Bewegungsanalysetools wie Coachs Eye oder hudl technique verwendet werden.
Bewegungsvorstellung schaffen
Die erste Stunde beginnt mit einem Videofilm zum Sprungwurf. Videos sind bei den Schülerinnen und Schülern ein beliebtes...

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