4. – 4. Schuljahr

Armin Eisele

Ein Spiel für die Grundschule

Kinder erleben die grundlegende Spielidee von Handball, lösen typische Spielprobleme und verändern gemeinsam Spielelemente

Handball spielen in der Grundschule verbinden viele Sportlehrkärfte mit kleinen Ballspielen mit der Hand oder mit der Schulung motorischer und koordinativer Fähigkeiten sowie Fertigkeiten wie Fangen, Prellen oder Werfen. Beides wird in der Literatur als altersgerechte Hinführung zum großen Sportspiel Handball vorgeschlagen. Diese Vorstellungen haben Voraussetzungen: Die Spielideen der Kleinen Spiele sind kompatibel mit der Spielidee des Handballspiels und die motorisch-koordinativen Fähigkeiten und Techniken lassen sich unabhängig vom Spiel üben sowie auf das Spiel übertragen. Aus dieser Überzeugung ergibt sich folgende Komplexitätsreduktion: Motorisch-koordinative Bewegungsformen werden in Übungsformen erlernt und in kleinen Spielen stellen sich taktische Spielelemente ein. Diese Komplexitätsreduktion kommt den Bedingungen in der Grundschule entgegen.
Der vorgestellte Ansatz geht davon aus, dass die Komplexität des Handballspiels für Spielanfänger nur bei den regulativen Spielelementen unter Beibehaltung der konstutiven Bedingungen der Spielidee möglich ist. Die Spielidee kann folgendermaßen beschrieben werden: Auf einem rechteckigen Spielfeld spielen zwei Teams gleichzeitig mit einem Ball gegeneinander. Auf den beiden Grundlinien stehen Tore. Von einer Wurflinie vor dem Tor soll der Ball ins Tor geworfen werden. Diese Spielidee bleibt als konstitutives Element immer erhalten, nur regulative Spielelemente wie Größe und Anzahl der Tore, Anzahl der Spieler, Entfernung der Wurflinien, Wurf- und Zuspielformen sowie Verteidigungsarten sind veränderbar. Dies bedeutet, dass bestimmte elementarisierte Handballspielformen notwendig sind. Hierfür gibt die Sportlehrkraft den Rahmen vor und die Lernenden gestalten diesen aus, indem sie motorisch taktische Handlungsformen finden. Dazu werden mögliche Veränderungen gemeinsam diskutiert und die Erfahrungen und Meinungen der Kinder berücksichtigt. K 1
K1 | Das Vorhaben im Überblick
K1 | Das Vorhaben im Überblick
1. Doppelstunde
Wir spielen ein „elementarisiertes Handballspiel mit immer anderen Mit- und Gegenspielern und machen uns mit der Spielidee des Handballs bekannt
2. Doppelstunde
Wir verändern die Wurflinie und machen uns mit handballspezifischen Wurf-, Fang-, Laufformen bekannt.
3. Doppelstunde
Die gelernten Bewegungsformen werden im Spiel weiter geübt.
4. Doppelstunde
Wir verändern die Tore, spielen mit nur einem Torhüter und verteidigen mit dem zweiten Mitspieler an der Wurflinie bzw. im gegnerischen Spielfeld.
Ein Spielfeld, zwei Tore
Zu Beginn der Doppelstunde setzen sich die Schülerinnen und Schüler auf die Bänke. Nachdem alle in der Halle sind, markiere ich drei elementarisierte Handballspielfelder, mit jeweils zwei Toren. Die Kinder verfolgen gespannt, was ich tue. Einige melden sich nach einiger Zeit und rufen: „Wir spielen Handball! Sie kennen die Felder zum Teil aus dem Vereinstraining. Ich bestätige ihre Vermutung und nenne das Thema: „Wir lernen, Handball zu spielen. Es schließt sich ein Gespräch über Handball an und darüber, was unbedingt dazugehört. Die Kinder nennen: Spielfeld, Tore, mit der Hand spielen, den Ball darf man nicht tragen, man muss vor einer Linie werfen! Vor diesem Hintergrund werden von einzelnen Schülern und Schülerinnen die Bedeutung der Markierungen erklärt: „Die zwei Stangen sind die Tore. Vor der Linie in der Mitte muss man werfen. Die anderen Linien begrenzen das Spielfeld. Ich ergänze die Schüleräußerungen: Die Linie in der Mitte trennt auch die Spielfelder voneinander. Man darf das Spielfeld des anderen Teams nicht betreten! Ein Tor ist nur erzielt, wenn der Ball vor der Torlinie den Boden und die Wand unterhalb der Stangen berührt. Die Torhüter dürfen den Ball mit allen Körperteilen abwehren. Einzelne Lernende zeigen ihren Mitschülern,...

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