10. – 10. Schuljahr

Monica Schwarzenthal/Susie Rosina Pochert

Yoga in der Schule

Der Atem als Taktgeber für den Rhythmus des Lebens

Sportunterricht Stufe 10 in der Gemeinschaftsschule, die Schülerinnen und Schüler der Neigungsgruppe „Fitness und Gesundheit betreten gemächlich den Gymnastiksaal und wissen nicht, was sie erwartet. Als ich ihnen das neue Unterrichtsvorhaben „Yoga (K1) vorstelle, breitet sich ein Grinsen über ihre Gesichter. Ein Schüler setzt sich in den Schneidersitz und lässt ein „Ooommmm verlauten. Diesen Impuls greife ich sofort auf und gebe die Frage in die Runde, wer denn schon etwas über Yoga weiß oder vielleicht selbst schon mal praktiziert hat. Schnell wird klar, die meisten haben ein Bild von Yoga, auch wenn sie es selbst noch nie ausprobiert haben. Einige wissen, dass es etwas mit Entspannung zu tun hat, aber auch mit Körperübungen („Die verrenken sich so). Bekannt ist auch das Mantra „Om und eine Schülerin weiß, es kommt aus Indien.
Yoga ist den Schülerinnen und Schülern also bekannt, er ist derzeit fast zu einer Trendsportart geworden und knüpft somit an Vorerfahrungen der Lernenden indirekt an. Das Interesse ist geweckt.
Ich starte die erste Stunde der Unterrichtsreihe mit einem kleinen informativen Input zum Yoga. Im Anschluss lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene einfache Asanas (Yoga-Haltungen) kennen, um die Wirkungen von Yoga am eigenen Leib zu erfahren. Am Ende der Stunde liegen alle tiefenentspannt da und wollen gar nicht mehr aufstehen.
K1 | Überblick über die Unterrichtsreihe
K1 | Überblick über die Unterrichtsreihe
1. Stunde: Yoga kennenlernen
2. Stunde: Yoga und Atem – den eigenen Atemrhythmus finden
3. Stunde: Sonnengruß im Fluss des eigenen Atemrhythmus
4. Stunde: Variationen kennenlernen/Übungen anleiten in Partnerarbeit
5. Stunde: Best of Yoga (Lieblingsübungen)/Reflexion
Angestrebte Kompetenzen
  • Die Schülerinnen und Schüler können das Bewusstsein auf ihren Atemrhythmus lenken und dabei den eigenen Atem beobachten.
  • Sie können Atemrhythmus und Bewegungsrhythmus in Gleichklang bringen.
  • Sie entwickeln ein Bewusstsein dafür, in welchen Situationen sie den Atem unterdrücken und er nicht mehr frei fließen kann.
  • Sie kennen Möglichkeiten, in Stresssituationen den Atem wieder in den freien Fluss zu bringen und sich so körperlich und psychisch zu entspannen.
Der Rhythmus des Lebens
Die zweite Stunde des Unterrichtsvorhabens Yoga beginne ich wieder mit einer kurzen Theorieeinheit zum „Hatha-Yoga. Ich erkläre die Herkunft des Wortes (Ha = Sonne und Tha = Mond). Sonne steht für Energie (schweißtreibend, nach außen gerichtet, Yin-Energie), Mond steht für Entspannung (abkühlend, nach innen gerichtet, Yang-Energie). Es geht immer um einen guten Ausgleich zwischen Sonnen- und Mondenergie. Dieser Wechsel von Anspannung und Entspannung findet sich aber nicht nur im Yogaunterricht, sondern ist ein wesentliches Prinzip für viele Lebensbereiche. Es folgt ein Gespräch über Rhythmen und schnell stellen wir fest: Rhythmen prägen unser Leben. Die Schülerinnen und Schüler finden Rhythmen, wie z.B. den Rhythmus der Jahreszeiten, den Rhythmus des Mondes, den Rhythmus von Tag und Nacht und den Rhythmus von Ebbe und Flut. Sie bestimmen alles Leben auf der Erde. Auf körperlicher Ebene finden sich der Herzrhythmus, der Verdauungsrhythmus, der weibliche Zyklus, der Wechsel von Wach- und Schlafphasen, der Wechsel von Anspannung und Entspannung und auch der Atemrhythmus. Alle diese Rhythmen sind im harmonischen Ausgleich beider Phasen wesentlich für eine gesunde Lebensführung.
Einstieg in den Praxisteil mit der Entspannungshaltung „Savasana
In dieser Stunde soll vor allem der Atemrhythmus im Mittelpunkt stehen. Um diesen bewusst zu erfahren, fordere ich die Lernenden auf, sich auf den Rücken auf ihre Matte zu legen und ihre Augen zu schließen, um besser in den Körper hineinspüren zu können. Unter meiner Anleitung legen sie die Füße etwa hüftbreit auseinander und lassen die...

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