7. – 13. Schuljahr

Vanessa Mann

Skiing is a Dance...

... and the mountains always lead. Warum Rhythmus beim Erlernen von Kurven und im Skigelände wichtig ist und wie man ihn verinnerlicht.

Für mich gehört Rhythmus zu den zentralsten Punkten im Schneesport. Das Ziel im Skifahren ist das Kurvenfahren. Ob beim Rennlauf dem Fahren nach vorgegebenen Linien , beim Eintauchen in den Pulverschnee im Gelände oder einfach beim Cruisen das Kurvenfahren folgt einem Rhythmus, der den Skifahrer teils tänzerisch die Bewegung erleben und ausführen lässt. Der Berg ist dabei der Leader je nach Gelände müssen Timing, Umfang, Radius und Dynamik (Bewegungsspielräume) innerhalb des Kurvenverlaufes angepasst werden, um das Bewegungsziel das Kurvenfahren – zu erreichen. Optimales Kurvenfahren gelingt nur, wenn ich in der Lage bin, den Schneewiderstand während des Kurvenverlaufes zu regulieren. Dabei muss ich Bewegungsspielräume anpassen, die entsprechenden Bewegungen (Kantbewegung, Körperschwerpunkt-Verlagerung, Drehbewegungen) auf die sich vorfindenden Situationen (Gelände, Spur, Tempo, Wetter) angleichen; gelingt mir das, fahre ich rhythmisch und gleichmäßig ins Tal. Die Bewegung gleicht einem Tanz und zaubert jedem ein Lachen ins Gesicht (vgl. DSV 2012; DSLV 2012)
Leider gestaltet sich das Vorgehen der Rhythmusschulung nicht ganz so linear, sondern ist komplex was mir die Skiexkursion mit der Klassenstufe 12 jährlich zeigt. Der eigene Sinn des Bewegungsrhythmus erschließt sich den Schülerinnen und Schülern oft nicht, wenn sich Übungen auf den äußeren Bewegungsrhythmus, im speziellen das synchrone/asynchrone Fahren mit einem Partner oder in einer Formation beschränken. Erst, wenn eine Funktion des Rhythmus, z. B. die Optimierung des inneren Bewegungsrhythmus, erlebt wird, scheint sich ein Schalter umzulegen.
Was bedeutet es, wenn ich den Krafteinsatz innerhalb des Kurvenverlaufes verändere oder ihn, je nach Gelände, abwandele? Diese Fragen haben sich für mich als Skilehrerin als zentral herausgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler eine funktionale Technik und ein erfolgreiches, rhythmisches Aneinanderreihen von Kurven erlernen.
Unterrichten in Clustern
Abhängig von zahlreichen äußeren Einflussfaktoren, stellt der Skiunterricht einen erhöhten Anspruch an die Unterrichtsplanung und die Lehrkräfte. Die Idee der Unterrichtscluster lässt die Rhythmusschulung während des Skikurses phasenweise einfließen und verlangt nicht nach durchgeplanten Unterrichtseinheiten. So kann die Unterrichtsplanung situativ angepasst und, je nach Wetter- und Geländevoraussetzungen, der Schneesportunterricht situationsbedingt durchgeführt werden. Der folgende Ansatz kombiniert Möglichkeiten der inneren und äußeren Rhythmusschulung, wobei die Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Kanälen (auditiv, visuell) angesprochen werden. Bewegungsaufgaben werden in Einzelarbeit, paarweise und in Gruppen gelöst, um anspruchsvolle Lernimpulse für alle Lernniveaus zu geben. K1
Geländewahl
Das Gelände ist ein maßgeblicher Faktor beim Skifahren. Steilheit, Hangneigung, Beschaffenheit der Oberfläche und Pistenart bestimmen unsere Spur- und Kurvenwahl. Während steileres Gelände einen erhöhten Anspruch an die Technik stellt, da Bewegung und Bewegungsspielräume optimal angepasst werden müssen, um eine kontrollierte und rhythmische Fahrt zu meistern, verzeiht flacheres Gelände kleine Fehler und eignet sich optimal für Anfänger. Verändert man aber die Druckbedingungen, wie z.B. den Komplexitätsdruck durch die Hangwahl bei komplexeren Rhythmusaufgaben, wird auch eine blaue Piste zum schwierigen Terrain.
Anordnung der Unterrichtscluster innerhalb einer Skiwoche
Das erste Unterrichtscluster steht unter dem Motto Rhythmus 1.0. Während das Lied „Vater Abraham (M1 ) mit rhythmischen Bewegungen auf die folgenden Inhalte vorbereitet, dient es auch als Ritual, welches bei der Erwärmung oder auch als Rhythmisierungshilfe beim Kurvenfahren genutzt werden...

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