4. – 5. Schuljahr

Nele Beensen-Hochfeld

Im Gummitwist-Rhythmus!

Die Arbeit an und mit dem Gummitwistband bietet verschiedene Möglichkeiten: Ideen zur rhythmischen Arbeit mit dem Gummiband

„In den nächsten Sportstunden werden wir tanzen! Ein Großteil der Mädchen der Klasse 4c springt begeistert von der Bank und jubelt. Doch bei nahezu allen Jungs und auch einigen Mädchen zeichnet sich schieres Entsetzen auf den Gesichtern ab und Proteste werden laut. Ich erlebe dieses Szenario in vielen verschiedenen Klassen immer wieder so oder ähnlich. Man sollte denken, dass mittlerweile ein Umdenken stattgefunden hat und jeder weiß: Jungs sind auch tolle Tänzer und Mädchen können Fußball spielen. Aber die Praxis zeigt mir in meinen Sportkursen, dass wir in dieser Hinsicht noch einen weiten Weg vor uns haben. Das Gummitwisten kann eine gute Brücke bilden und ist keineswegs nur etwas für Mädchen. Springen, Hüpfen, Federn, Laufen, all das brauchen wir zum Gummitwisten und genau das kennen viele auch aus dem Fußballtraining. Und spätestens wenn die Musik dazukommt, sind eigentlich alle Schüler und Schülerinnen motiviert, über die Gummis zu fliegen und zu springen. Es lassen sich verschiedene Sprungmuster entwickeln oder auch ganze Choreographien gestalten (vgl. Artikel in der Zeitschrift „Sport und Spiel, Ausgabe 73, Bewegung & Sound).
In dieser Unterrichtsreihe, bestehend aus zwei Einheiten für je 2 – 3 Doppelstunden, liegt der Schwerpunkt auf der rhythmischen Arbeit mit dem Gummitwist. Es werden verschiedene rhythmische Motive spielerisch erlernt und mit kleinen Sprungmöglichkeiten verbunden.
In Einheit 1 mache ich die Klasse mit dem philippinischen Volkstanz „Tinikling (K1) vertraut. Mit Hilfe von Gymnastikstäben wird ein fester Grundrhythmus eingeübt, kleine Sprungmotive werden dazu gefunden, dann auf die Gummitwistbänder übertragen und erweitert.
Die Einheit 2 beschäftigt sich mit einer Anzahl unterschiedlicher rhythmischer Motive, die in Kleingruppenarbeit zu einem Gesamtrhythmus zusammengefügt und auf ein selbst entwickeltes Sprungmuster übertragen werden.
Die hier beschriebene Unterrichtsreihe habe ich mit einer 4. und 5. Klasse durchgeführt. Bei höheren oder niedrigeren Klassen sollte der Schwierigkeitsgrad dem Klassenniveau angepasst werden. Dies kann erreicht werden durch:
  • langsameres oder schnelleres Tempo der Musik oder des Rhythmus
  • einfachere oder komplexere Rhythmen und Sprungkombinationen
  • das Weglassen und Hinzunehmen weiterer Gestaltungskriterien und -aufgaben. Möglichkeiten und Anregungen hierfür finden Sie am Ende dieses Artikels. K2
Einstimmung am Stundenanfang
Das „Begrüßungsspiel und der „Gummitwistparcours können sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Einheit als Einstimmung durchgeführt werden.
Begrüßungsspiel
Beim „Begrüßungsspiel können bereits einzelne Rhythmen und Sprungmotive aus der nachfolgenden Stunde spielerisch eingeführt werden. Auch in der Einheit 2 beginne ich mit dem Begrüßungsspiel, tausche dann aber einige Motive aus und ersetze sie durch kleine Sprungmotive mit rhythmischen Mustern aus der entsprechenden Stunde (siehe unten).
Die Schüler und Schülerinnen laufen frei durch den Raum. Bei einer Begegnung mit einem anderen Schüler oder einer anderen Schülerin bleiben sie voreinander stehen und hüpfen/klatschen/stampfen gemeinsam ein kleines vorgegebenes Motiv (z.B. rechte Hand abklatschen, linke Hand abklatschen, 2x Hampelmann). So viele Lernende wie möglich sollen auf diese Art und Weise begrüßt werden. Kurz drauf zeigt die Lehrperson ein neues, kurzes Motiv, das bei den nächsten Begrüßungen an das vorherige Motiv angehängt wird. Immer wieder wird ein kleines Motiv hinzugefügt, bis die Begrüßung eine eigene kleine Tanzkombination wird. Die vorgegebenen Motive sollten einfach sein und einen hohen Motivationscharakter haben.
Beispiele für Motive:
  • gegenüberstehend mit Handfassung, 8 Zählzeiten Doppelfedern auf der Stelle (re, re, li, li, re, re, li, li), 8 Zählzeiten...

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