1. – 4. Schuljahr

Peter Neumann

Ideen für fachübergreifende Unterrichtsprojekte im Grundschulsport

Robert Horsch (2018).
Sportprojekte in der Grundschule. 34 komplette fächerübergreifende Unterrichtseinheiten für die Klassen 1 bis 4.
Hofmann Verlag.
152 Seiten. 21,90 €
Obwohl die strukturelle Organisation des Unterrichts in der Grundschule aufgrund des vorherrschenden Klassenlehrerprinzips deutlich günstiger für fächerübergreifende Unterrichtsprojekte ist als das Fachlehrerprinzip an den weiterführenden Schulen, lässt sich mit Blick auf die in der sportpädagogischen Fachliteratur dokumentierte Grundschulsportpraxis nicht behaupten, dass fächerübergreifende Projekte im Sportunterricht an Grundschulen häufig oder zumindest regelmäßig angeboten werden. Insofern trifft die vorliegende Publikation nicht auf eine facettenreiche Alltagspraxis fächerübergreifenden Unterrichts, sondern sie muss Sport unterrichtende Lehrkräfte erst dafür gewinnen, entsprechende Unterrichtsformen im Sportunterricht zu verwirklichen.
Aufgebaut ist das vorliegende Buch, das zur Reihe Sportstunde Grundschule gehört, in Form einer klassischen Zweiteilung: Nach kurzen „theoretischen Vorüberlegungen (S. 11 – 29) folgen praxisbezogene Stundenbilder (S. 33 – 136). Im Mittelpunkt stehen Anregungen für fächerverbindenden und fächerübergreifenden Sportunterricht im Umfang von 15 Stunden für die Klassen 1 und 2 sowie 13 Stunden für die Klassen 3 und 4, in die auch Beispiele für freie Arbeit, Stations- und Werkstattarbeit eingebaut sind. Zudem werden sechs Stunden für den Übergang in Klasse 5 beschrieben, die ein koedukatives Fußballspielen unter die Leitidee des Empowerments stellen.
In den theoretischen Vorüberlegungen streift Horsch einige Fragen und Facetten der Gestaltung von Sportunterricht, indem er beispielsweise prozessbezogene Kompetenzforderungen der verschiedenen Grundschulsportlehrpläne auflistet, drei methodisch-didaktische Formen des Sportunterrichts ausweist, knapp auf Differenzierung eingeht und auf die Förderung der Gesundheit im Sportunterricht Bezug nimmt. Diese einzelnen Ausführungen werden jedoch kaum aufeinander bezogen oder im Rahmen der Stundenbilder weiterführend aufgegriffen. Somit sind dies eher Ansichten des Autors, die einführend formuliert werden und dort dann stehenbleiben.
Relevanter für die praktisch interessierten Leserinnen und Leser dürften zudem die Hinweise zu den Rahmenbedingungen sein, die Horsch seinen Stundenbildern unterlegt. Die Stundenbeispiele sind nach eigenen Angaben zugeschnitten auf eine heterogene Lerngruppe mit 24 nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern in einer üblichen Sporthalle mit einer Gerätestandardausstattung sowie einem zeitlichen Rahmen aus Einzelstunden (überwiegend) und wenigen Doppelstunden. Des Weiteren wählt Horsch für seine Stunden ein recht einfaches Ablaufschema, bestehend aus einem Aufwärmspiel, anschließenden Spielen oder Übungen im Hauptteil in Einzelsportstunden sowie einem Abschlussspiel oder einem abschließenden Wettkampf in Doppelstunden (S. 29).
Die vorliegenden Stundenbilder zeigen einen bunten Strauß möglicher Verbindungslinien zwischen dem Sportunterricht und anderen Fächern. Für die Klassen 1 und 2 finden sich beispielsweise Ideen zu einer unaufwändigen Kombination aus Mathematik und Sportunterricht, in dem die Schülerinnen und Schüler beim Kegeln einfache und spielimmanente Additions- und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum zwischen 1 und 9 bearbeiten: Wie viele Kegel bleiben von neun Kegeln stehen, wenn drei umgefallen sind?
Umfangreicher und aufwändiger scheint mir die Umsetzung der Idee, von Schülerinnen und Schüler gemalten Sportunterricht zu verwirklichen. Dazu sollen die Lernenden ihre Wunschsportstunden zunächst im Kunstunterricht malen, dann gemeinsam mit der Lehrkraft die Umsetzung planen und im Sportunterricht auch praktisch durchführen. Ersichtlich ist, dass dieses fächerverbindende Vorhaben deutlich anspruchsvoller in der Vorbereitung und in der...

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