10. – 13. Schuljahr

Simon Drosten

„Die Kraft der Musik

Welchen Einfluss nimmt der Takt auf unsere Ausdauerleistungen?

Es ist meine mittlerweile sechste Doppelstunde in meiner neuen Klasse, doch eine Frage zu Beginn des Sportunterrichts ist die gleiche geblieben: „Können wir heute Musik hören? Ob Drake, Calvin Harris oder Ed Sheeran – Musik spielt als alltäglicher Begleiter der Heranwachsenden eine enorm wichtige Rolle für die Sozialisation und Identitätsfindung im Jugendalter. Sie begleitet die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg, im Freibad und beim Sport. „Nein, lautet meine Antwort. „Ihr könnt nicht, ihr sollt in den nächsten Wochen sogar Musik hören.
Im Rahmen des Unterrichtsvorhabens „Die Kraft der Musik erforschen die Schülerinnen und Schüler, inwiefern sich Musik auf ihre sportliche Leistungsfähigkeit beim ausdauernden Laufen auswirkt. Laufe ich mit Musik auf den Ohren schneller? Welche Musik motiviert mich besonders? Fühle ich mich nach einem Lauf mit Musik besser oder schlechter und: Kann Musik als „legales Doping verstanden werden? K1
1. Einstieg und Entwicklung eines Lauftagebuchs
Zu Beginn des Vorhabens steht zunächst die Frage im Raum, ob die Schülerinnen und Schüler lieber mit oder ohne den Einsatz von Musik Sport treiben und welche Gründe ihnen hierfür einfallen. Die Ergebnisse des Gesprächs werden durch die Lehrkraft gesichert. Neben der für Lernenden typischen Antwort: „Das macht mit Musik mehr Spaß, landen in der Regel auch die beiden Antworten „höhere Motivation und „bessere Leistungen an der Tafel. Die Lehrkraft fragt die Schülerinnen und Schüler anschließend, inwiefern die Lerngruppe in den folgenden Wochen in der Lage sein könnte, die aufgestellten Vermutungen im Bereich des ausdauernden Laufens zu überprüfen. Nach kurzer Überlegung kommen die Lernenden auf die Idee, ihre sportlichen Leistungen mit und ohne Musikeinsatz miteinander zu vergleichen.
Als geeignetes Vergleichsinstrument bietet sich hierbei ein Lauftagebuch (siehe M1 ) an. Die Lernenden können selbst überlegen, welche Aspekte sie mithilfe des Tagebuches miteinander vergleichen möchten. Meine Klasse entscheidet sich für die Aspekte Leistung (gelaufene Zeit), Belastungsempfinden (Einschätzung via Borg-Skala, siehe M1) und Motivation (Einschätzung via Skala von 1 – 10). Um bereits in der ersten Doppelstunde den ersten Eintrag vornehmen zu können, laufen die Schülerinnen und Schüler (je nach eigener Einschätzung) drei, vier oder fünf Kilometer ohne Musik auf den Ohren. Als vorteilhaft erweist sich hierbei, wenn die Lehrkraft vorher eine 1-km-Runde auf dem Schulgelände geplant hat. Die gelaufene Zeit, die empfundene Belastung sowie die erlebte Motivation werden nach dem Lauf im Lauftagebuch festgehalten.
Obwohl die Wahl zwischen einem 3-, 4- oder 5-Kilometer-Lauf zwar bereits für eine gewisse innere Differenzierung sorgt, beenden die Lernenden ihre Läufe natürlich dennoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Hier sollte in der Sporthalle ein kurzer „Cool-down-Zirkel auf die Schülerinnen und Schüler warten, damit nicht zu viel Leerlauf entsteht. Die verbleibende Zeit der Doppelstunde kann zum Beispiel durch das Ausprobieren verschiedener Entspannungsverfahren gestaltet werden (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung etc.) diese können durch Lernende vorgestellt und durchgeführt werden.
Zur zweiten Doppelstunde sollen sich die Lernenden Musik auf ihr Smartphone spielen (oder eine Online-Playlist erstellen), zu der sie in der Folgewoche gern laufen würden.
2. Wie hängen Musik, Emotion und Leistung zusammen?
In der zweiten Doppelstunde laufen die Lernenden die von ihnen in der Vorwoche gewählte Distanz mit frei ausgewählter Musik auf den Ohren. Erneut werden Zeit, Belastungs- und Motivationsempfinden im Lauftagebuch gesichert und im Anschluss an den Lauf diskutiert. Inwiefern lassen sich bei der Betrachtung der drei Vergleichsaspekte Veränderungen feststellen und worauf können diese zurückgeführt...

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