5. – 13. Schuljahr

Patricia Stasch

Becherspaß

Von der Klangexploration über den Cup-Song zur eigenen rhythmischen Gestaltung

Tanzschritte umzusetzen und das auch noch passend „im Takt auf eine Musik, ist für viele Kinder und Jugendliche eine Herausforderung. Das Rhythmusgefühl zu schulen, sollte also eigentlich ein zentrales Ziel von mir als Sportlehrkraft sein. Aber wie soll das gehen? Was, wenn ich als Lehrkraft vielleicht selbst Schwierigkeiten mit dem Taktgefühl habe?
Hierfür kann es hilfreich sein, erst einmal ohne den Einsatz von Musik zu arbeiten. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern können wir uns bewusstmachen, dass wir durch Bewegungen mit und ohne Geräte rhythmische Klangspuren hinterlassen können. In unserem Alltag erzeugen wir ständig Klänge und machen Bewegungen hörbar, ohne dass wir das bewusst wahrnehmen. Dies passiert beispielsweise durch den Kontakt unserer Schuhe auf dem Boden (Klackern, Quietschen, Schleifen usw.) oder durch die Aktion mit einem Alltagsobjekt wie dem Abstellen eines Tellers auf dem Tisch. Warum also nicht diese Klänge für eine rhythmische Gestaltung nutzen? Ich habe feststellen können, dass der zweckentfremdete Einsatz von bekanntem Material (Bälle, Stäbe, Becher usw.) die Motivation, sich auf rhythmische Bewegungsgestaltungen einzulassen, erhöht.
Der Cup-Song
Der Cup-Song ist spätestens seit der Musical-Komödie Pitch Perfect (2012) weltweit bekannt geworden. Dabei stammen der Text und die Melodie von dem Lied „When Im gone bereits aus dem Jahr 1931 aus dem Süden Amerikas. Der bekannte Becherrhythmus stammt dagegen von dem Liedermacher Richard Mullins und wurde 1987 durch seine Performance zum Song „Screen Door bekannt. Im Jahr 2009 fügten zwei Musikerinnen Lied und Becherrhythmus zusammen und stellten es im Internet ein. „Cups war geboren und wurde über die Jahre zu einem Internetphänomen. Milliarden Klicks, unzählige YouTube-Tutorials und Nachahmer finden sich im Netz (vgl. Schäffler 2013).
Tipp: Mit älteren Schülerinnen und Schülern kann die Geschichte des Cup-Songs weiter analysiert werden. Eine Auseinandersetzung mit Internet-Hypes ist gerade in der digitalen Welt ein spannendes Thema mit vielen Diskussionsmöglichkeiten.
Die Unterrichtsreihe
In der ersten Stunde lernen die Schülerinnen und Schüler bereits selbstständig die Klangbreite des Bechers kennen und gestalten erste eigene Bewegungsabläufe, die im Verlauf der Einheit wiederverwendet werden. In der zweiten Stunde werden spielerisch die Notenwerte und der Takt kennengelernt. Der Rhythmus des Cup-Songs wird in der dritten Stunde gemeinsam einstudiert. In der vierten Stunde werden die kleinen Gestaltungen aus den ersten Stunden wieder aufgegriffen, eine Verbindung mit dem Cup-Song geschaffen und anschließend in eine Präsentationsform gebracht. Die Reihe orientiert sich in abgewandelter Form an dem methodischen Aufbau vom Nachmachen zum Gestalten (siehe K1, Abb. 1 ).
K1 | Aufbau der Unterrichtsreihe
K1 | Aufbau der Unterrichtsreihe
1. Stunde: Becher-Exploration
Wir experimentieren mit dem Becher, lernen seine Klangbreite kennen und gestalten einen ersten Rhythmus mit Bewegung selbstständig.
2. Stunde: „Im Urwald
Wir lernen die Notenwerte mit Hilfe des Sprechrhythmus „Im Urwald kennen und setzen ihn mit dem Becher um.
3. Stunde: Erlernen des Cup-Songs
Wir erlernen den Cup-Song und üben ihn gemeinsam in Gruppen.
4. Stunde: Umgestaltung des „Cup-Songs & Präsentation
Wir erweitern den Cup-Song um unsere eigenen
1. Stunde: Becher-Exploration und Bewegungen gestalten
Die Schülerinnen und Schüler erforschen in der ersten Stunde die Klangbreite des Bechers. Der Arbeitsauftrag wird gestellt: „Probiere, mit deinem Becher verschiedene Klänge zu erzeugen. Welche kannst du finden?
In dieser individuellen Testphase mit dem Objekt sind die Kinder hochmotiviert und es wird schnell sehr laut (siehe „Tipps zur Umsetzung K2).
K2 | Tipps zur Umsetzung
K2 | Tipps zur Umsetzung
  • Der Becher: Für eine gute Klangvariation...

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