5. – 10. Schuljahr

Martin Krüger

„Wir spielen von Anfang an!

Einführung in das Sportspiel Basketball mit dem Schwerpunkt der Entwicklung einer elementaren Spielfähigkeit

„Was machen wir als Nächstes? Gerade ist die Unterrichtsreihe zur spätsommerlichen Leichtathletik zu Ende, da wollen meine Schülerinnen und Schüler (18 Jungen und acht Mädchen) der 5b des Reismann-Gymnasiums Paderborn schon wissen, was sie als Nächstes erwartet. Ich verrate es ihnen: „Basketball. Begeisterung ist auf den Gesichtern vieler zu erkennen, aber einige Ballängstliche schauen eher skeptisch.
Nach dem Umziehen kommen die Kinder in die Sporthalle, für jeden steht ein Basketball zur Verfügung, einige müssen aber mit einem Erwachsenenball vorliebnehmen. Sofort geht es los, es wird gedribbelt, die Körbe (2x Stirnseite, 3x Seite) werden in Beschlag genommen, erste Wurfversuche unternommen. „Alle in der Mitte zusammenkommen und beide Hände an den Ball. Diese bewährte Ansage sorgt für schnelle Ruhe, dann stelle ich das neue Unterrichtsvorhaben Basketball vor. K1 Ben hat gleich etwas ganz Wichtiges dazu zu sagen: „Wir haben mit der Grundschule die Kreismeisterschaft gewonnen. Er ist nicht der einzige mit Basketballerfahrung. Die Hälfte der Kinder zeigt auf, als ich Vorerfahrungen aus der Grundschule und in Vereinen abfrage. Am Reismann-Gymnasium als NRW-Sportschule ist Basketball eine Schwerpunktsportart und an vielen Grundschulen des Standortes gibt es Basketball-AGs. „Spielen wir heute schon? „Ja, aber vorher soll jeder auf den Korb werfen; ihr verteilt euch gleichmäßig auf die Körbe und alle haben zehn Würfe und ihr zählt eure Treffer. Die Resultate sind sehr unterschiedlich. „Wer hat alle zehn Würfe getroffen? Niemand. Auch unser Kreismeister hat es nur auf sechs Treffer gebracht, aber alle haben mindestens einmal getroffen. „Diese Übung werden wir jetzt in jeder Stunde wiederholen und ihr werdet sehen, alle werden sich verbessern. Das Werfen auf den hohen Korb ist für die Kinder sehr attraktiv und motivierend. Es sichert auch ab, dass alle die Chance bekommen, Wurferfahrungen zu sammeln. Auch diejenigen, die im Spiel keine Gelegenheit dazu haben. Zusätzlich können die Übenden eigenständig Techniken und Variationen ausprobieren.
„Jetzt wollen wir aber spielen. Welche Regeln kennt ihr denn schon? „Man darf noch drei Schritte machen, also nach dem Dribbeln, und wenn man den Ball angenommen hat, versucht Oskar eine Erklärung. „Und man darf niemanden berühren, ergänzt Carla. „Alles viel zu kompliziert. Wir machen das so …“
Die Unterrichtsreihe
Über den richtigen Weg zur Sportspieleinführung streiten sich seit vielen Jahren die Experten. Der hier vorgestellte Weg stellt das Spielen von Anfang an in den Mittelpunkt. Das ist nur möglich, wenn das komplexe Regelwerk auf einige wenige Regeln reduziert wird („Vereinfachungsstrategie). In der 1. Doppelstunde gebe ich den Kindern folgende Regeln vor:
  • Dribbel-/Schrittregel: Ein/e Spieler/in, der/die sich mit dem Ball bewegen möchte, muss mit einer Hand den Ball dribbeln. Sobald er/sie aufhört, kann er/sie abspielen oder auf den Korb werfen. Ich demonstriere das Gesagte mehrfach.
  • Foulregel: Alle Kontakte, die den Angreifer am Weiterspielen hindern, sind Fouls. Auch hier unterstützt meine Demonstration mit Ben die Aussage.
  • Zur Spieleröffnung bekommt eine Mannschaft den Ball.
  • Wir spielen heute 6:6, das passt bei 24 aktiven Schülerinnen und Schülern gut.
  • Ein Korb zählt zwei Punkte, ein erzielter Korb außerhalb der 3-Sekunden-Zone zählt drei Punkte.
  • Um die Begrenzung des Spielfeldes kennenzulernen, laufen wir alle das Feld ab, ich laufe vorweg. „Alle Einwürfe nach einem Ausball und Regelverstößen erfolgen außerhalb der Spielfeldbegrenzung, erkläre ich.
Um das Mannschaftsspiel („Alle spielen mit) zu fördern, stelle ich das Dribbellimit als feste Regel vor. Jeder in Ballbesitz darf maximal dreimal dribbeln und muss dann abspielen. „Da kann man gar nicht richtig spielen, mault...

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