10. – 13. Schuljahr

Christopher Meier & Michael Braksiek

Vom WAS zum WIE

Problemorientierte Vermittlung sportspielbezogener Kompetenzen im Basketball

Vorbemerkungen
„Warum müssen wir schon wieder das Freilaufen üben? Im Unterricht wird mir immer wieder bewusst, dass trotz einer Vielzahl von vorhandenen Spiel- und Übungsformen nur dann ein freudvolles Spiel gelingen sowie ein Spielverständnis entwickelt werden kann, wenn Strategien zum Lösen bestimmter Spielsituationen zum Thema des Unterrichts gemacht (vgl. Fisette, 2006) und beispielsweise das Üben des Freilaufens auch von den Schülerinnen und Schülern als notwendig angesehen werden. Es stellt sich also die Frage, wie ein problemorientiertes Unterrichtsvorhaben aussehen kann, in dem die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess aktiv mitgestalten und ihn so als sinnhaft erleben können. Die hier präsentierte Unterrichtseinheit soll den Schülerinnen und Schülern insbesondere durch wiederkehrende Reflexionsphasen das Entwickeln eines Spielverständnisses im Basketball ermöglichen und zugleich technische sowie taktische Aspekte in einem sinnvollen Zusammenhang erfahrbar machen. Sie ist als Einführung in eine problemorientierte Vorgehensweise zu verstehen, die je nach Lerngruppe flexibel im Schwierigkeitsgrad verändert werden kann. K1
Vom WAS zum WIE
„Das ist doch ganz einfach, du musst einfach da hinlaufen, wo keiner steht, meint Jan, als er versucht, Felix seinen Laufweg auf dem Spielfeld zu erklären. Im Sinne des problemorientierten Taktikkonzepts, sollen die Schülerinnen und Schüler durch die Entwicklung und Diskussion von unterschiedlichen taktischen Lösungsvarianten (WAS) und technischen Umsetzungen (WIE) Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen (vgl. Mitchell, Oslin & Griffin, 2013).
Diese Vorgehensweise zieht einen spiralförmigen Aufbau (Abb. 1 ) einer Unterrichtsstunde nach sich (vgl. Wurzel, 2008). Zu Beginn steht eine spielnahe Situation, die durch Regeländerungen (z.B. Spieleranzahl) an die Lerngruppe angepasst wird und auf ein taktisches Problem (z.B. den Korb angreifen) fokussiert. In einer anschließenden Reflexionsphase werden die aufgetretenen taktischen Schwierigkeiten angesprochen und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Im Anschluss kann eine Übungsform angeboten werden, die beispielsweise die Technik, die zur Lösung des taktischen Problems gebraucht wird, schult. Dabei kann die Übungsform durchaus sehr stark der zuvor durchgeführten Spielform ähneln, wenn statt technischer Elemente gezielte taktische Lösungswege geübt werden. Abschließend wird die zu Beginn durchgeführte Spielform (oder leicht verändert) erneut gespielt, nun möglichst auf einem höheren Niveau.
Ablauf der Unterrichtsreihe
Den Korb angreifen
In der ersten Unterrichtsstunde thematisiere ich das taktische Problem „Angriff auf den Korb. Der Fokus der Unterrichtsstunde liegt dabei auf dem Werfen innerhalb der 3-Sekunden-Zone, wobei insbesondere die Passannahme, das Drehen des Körpers zum Korb und akkurate Korbwürfe angesprochen werden sollen. Um möglichst viele Spielanteile aller Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, wähle ich ein 3 vs. 3 auf einen Korb. Diese reduzierte Variante wird innerhalb der gesamten Unterrichtseinheit beibehalten.
Im ersten Spiel besteht das Ziel darin, möglichst viele Punkte zu erzielen. Die Regeln werden zunächst darauf festgelegt, dass drei Pässe gespielt werden müssen, bevor auf den Korb geworfen werden darf. Einen Punkt erhalten die Teams für jeden Wurfversuch, zwei Punkte für jeden erfolgreichen Wurf. Das Dribbling ist in dieser Spielform nicht erlaubt. Nach einer fünf- bis zehnminütigen Spielphase versammeln wir uns zu einer gemeinsamen Reflexionsphase. Zunächst frage ich die Schülerinnen und Schüler zum Einstieg, was das grundsätzliche Ziel des Spiels gewesen ist. Hier sind sich alle schnell einig, dass es natürlich darum geht, möglichst viele Punkte zu erzielen. Durch weitere Fragen soll herausgearbeitet werden, was das...

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