5. – 10. Schuljahr

Harald Janson

Viele Kinder wenig Platz

Wir spielen 3:2-Kontinuum. Wie mit 27 Kindern Basketballunterricht auf einem Hallendrittel gelingen kann

„Können wir mal richtig spielen? Wie oft habe ich diese Frage im Sportunterricht schon gestellt bekommen! Auch meine 7. Klasse hat den Wunsch, Basketball zu spielen „wie die Profis. Schon in der sechsten Klasse haben wir zusammengestellt, was es für die Kinder bedeutet, „richtig zu spielen:
  • Wir wollen gegen ein anderes Team spielen.
  • Wir wollen angreifen und verteidigen.
  • Wir wollen auf zwei Körbe spielen.
  • Wir wollen auf den Korb werfen.
  • Wir wollen Körbe zählen und am Ende ein Ergebnis haben.
Die Äußerungen waren deutlich. Nicht genannt wurden Spielerzahl oder gar Spielfeldgröße. Viele wussten nicht einmal, zu wievielt man eigentlich „richtig Basketball spielt. Der Auftrag war also klar: Meine Aufgabe ist es, dieses „richtig Basketball spielen zu ermöglichen und dabei Bildungsplan, Schulcurriculum und didaktische Ansprüche nicht aus den Augen zu verlieren.
Es gilt somit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die das „richtige Spielen ermöglichen, die Umfänge schaffen und Intensität ermöglichen. Bedingungen, die im besten Fall besser auf Alter, Körpergröße und konditionelle Voraussetzungen der Kinder abgestimmt sind, als das reguläre Basketballspiel auf zu hohe Körbe, auf einem viel zu langen Spielfeld mit viel zu vielen Mitspielern und Gegnern. Ich stehe vor der Aufgabe, in einem Hallendrittel 27 Siebtklässler gegeneinander auf zwei Körbe Basketball spielen zu lassen. Und dabei muss ich ihre bisher beschränkten Erfahrungen in dieser Sportart berücksichtigen. K1
Als zentrale Spielform wähle ich das 3:2-Kontinuum aus. Die didaktischen Vorteile liegen auf der Hand:
  • Das Spiel wird durch die Reduktion der Verteidiger und die Überzahlsituation technisch und taktisch weniger komplex.
  • Die Kinder haben hierdurch deutlich mehr Erfolgserlebnisse.
  • Jedes Kind ist involviert und hat mehr Ballkontakte.
  • Durch die Kontinuumsform habe ich die Möglichkeit, den Teams, die gerade angegriffen haben, Feedback zu geben.
Hallenaufbau
Los gehts also mit einem suchenden Blick durch die Dreifachturnhalle meiner Schule. Mein Blick fällt sofort auf das Hallendrittel A. Dort hat ein weitsichtiger Kollege einmal drei Übungskörbe an der Längsseite installieren lassen. Für Korbleger und Wurfübungen. Dann geht mein Weg in die Gerätegaragen. Ganz hinten stehen drei verstaubte Korbballständer. Wie eigentlich in jeder Turnhalle. Ich hole sie aus der Garage, fahre sie in die Höhe und bin mir nicht ganz sicher: Ist das nicht gefährlich? Können sich Kinder, die auf diesen Korbballständer zudribbeln, verletzen? Der ortsansässige Volleyballverein präsentiert mir die Lösung. Kurzerhand leihe ich mir die Pfostenschützer aus Schaumstoff aus und hülle damit die Stangen der Korbballständer ein. Statt der Volleyballpfosten, schützen sie jetzt meine Schülerinnen und Schüler vor einem unangenehmen Kontakt mit dem Korbballständer.
Zurück geht es in Hallenteil A. Ich lasse den Trennvorhang herunter und positioniere die drei gepolsterten Korbballständer gegenüber den fest montierten Übungskörben. Ich schiebe die Korbballständer direkt an den Vorhang ran. Denn der dient mir somit als „Brett, von dem der Ball in den Korb abprallen kann. Drei Querspielfelder sind entstanden. Ich trenne sie noch mit ein paar Hütchen voneinander ab und schon habe ich drei richtige Basketball-„Courts: 13 Meter lang, acht Meter breit, mit in der Höhe verstellbaren Basketballkörben auf der einen und Korbballständern auf der anderen Seite.
Los gehts
1. und 2. Stunde: Als die Kinder in die Halle strömen, lasse ich sie erst einmal auf die neu entstandenen sechs Wurfstationen werfen. Im Besprechungskreis stelle ich anschließend die anstehende Basketballeinheit vor. „Richtig Basketball spielen wollen wir. Und am Ende bekommen wir Besuch von den Basketballprofis der Eisvögel. Unser Ziel ist, in Dreierteams...

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