1. – 4. Schuljahr

Rebecca Islam

Stopp, die Regel gilt!

Wie Basketballkonferenzen und Murmelvotings uns zu einem Team machen

In der Sporthalle stehen sich zwei Mannschaften mit selbst bemalten Trikots und einem Basketball gegenüber. Der Schiedsrichter wirft den Ball hoch und das Spiel beginnt. In der Halle wird es laut, die anderen Mitschülerinnen und Mitschüler feuern vom Spielfeldrand ihre Klassen mit eigenen Schlachtrufen lautstark an. „Endlich gehts los, ruft Tom. Das Basketballturnier beginnt und die Schülerinnen und Schüler können ihre erworbenen Kompetenzen aus den letzten Wochen unter Wettkampfbedingungen zeigen und vielleicht sogar den Schulpokal mit ihrer Klasse gewinnen!
Die beschriebene Szene ist jedes Jahr erneut zu beobachten: Traditionell findet an unserer Schule im Jahrgang 4 ein Basketballturnier statt. Es handelt sich hier um Klassen im Gemeinsamen Lernen, in denen Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf unterrichtet werden. Vor dem Turnier haben wir in den einzelnen Klassen intensiv das Basketballspielen im Sportunterricht geübt sowohl ein paar technische Grundlagen als auch das Spielen in einem Team. Die Spielphasen waren zunächst von vielen Einzelaktionen der leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler geprägt. Zudem konnten viele Kinder ihre Emotionen im Umgang mit Erfolg und Misserfolg nicht kontrollieren. Es kam zu großem Jubel bei Korberfolgen und zu Wutausbrüchen bei Fehlpässen, Fehlwürfen oder zu viel Körperkontakt. Daraufhin verloren einige Schülerinnen und Schüler die Lust am Basketballspiel – keine günstigen Voraussetzungen für das anstehende Schulturnier. Daher habe ich mich entschieden, die bestehenden Probleme zum Gegenstand einer weiteren Unterrichtsreihe Basketball zu machen und so das mannschaftliche Zusammenspiel innerhalb meiner Klasse zu verbessern. Handlungsleitend war dabei für mich die Fragestellung: „Wie kann ich den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler in der Reihenplanung gerecht werden und die Klasse trotzdem bestmöglich auf das Schulturnier vorbereiten? Es erschien mir sinnvoll, diese Problematik gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten, um so an die individuellen Bedürfnisse der Kinder anknüpfen zu können und ihnen gleichzeitig eine aktive Partizipation bei der Unterrichtsgestaltung zu ermöglichen. K1
K1 | Überblick über das Vorhaben
K1 | Überblick über das Vorhaben
Im Folgenden beschreibe ich detailliert den Einstieg in die Unterrichtsreihe, da dieser für den weiteren Verlauf als zentral anzusehen ist. Je nach Verlauf der ersten Doppelstunde variieren für eine andere Lerngruppe möglicherweise die Inhalte der folgenden Stunden. Exemplarisch beschreibe ich anschließend auch die vierte von mir durchgeführte Stunde, um zwei zentrale didaktische Aspekte zur Verbesserung des Zusammenspiels als Team bei dem anstehenden Turnier das Murmelvoting und die Basketballkonferenz vorzustellen.
Übersicht zur Reihenplanung
Was hilft uns, um als Team erfolgreich spielen zu können?
Zu Beginn der ersten Doppelstunde erinnere ich meine Klasse daran, dass bald das Schulturnier ansteht. Alle möchten natürlich das Turnier gewinnen, sind aber durch die bisherigen Erfahrungen skeptisch, dass das gelingen kann. Ich teile also meinen Schülerinnen und Schülern den Arbeitsauftrag für heute mit: „Wir spielen heute einmal Königsball und wollen herausfinden, was wir noch üben müssen, damit wir besser als Team zusammen Basketball spielen können. Ich möchte damit erreichen, dass die Kinder selbstständig „Knackpunkte in ihrem Spielverhalten entdecken und anschließend benennen können. Ich teile zunächst vier Mannschaften ein, die sich jeweils selbstständig mit farbigen Leibchen kenntlich machen. Anschließend bereite ich gemeinsam mit den Kindern zwei Spielfelder vor: Vor jedem Korb stellen wir im Abstand von ca. 2,5 Metern einen kleinen Turnkasten auf. Jedes Team bestimmt zunächst einen „König, der...

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