1. – 13. Schuljahr

Eckart Balz

Das Heft in die Hand nehmen

Außerunterrichtlicher Schulsport aus der Sicht eines Partners Interview mit Karl-Wilhelm Schulze

Karl-Wilhelm Schulze ist seit 1991 hauptberuflich für den Stadtsportbund Bielefeld e.V. als Geschäftsführer tätig. Ehrenamtlich ist er seit 1995 Vorsitzender der Bielefelder Turngemeinde von 1848 e.V., einem Mehrsparten-Großsportverein. Als OGS-Trägervertreter sowie als Anbieter von Bewegung, Spiel und Sport ist er an zahlreichen Projekten bzw. Kooperationen mit Schulen beteiligt. Seine kritisch-konstruktive Perspektive als Bildungspartner im außerunterrichtlichen Schulsport (Ganztag) soll mit diesem Interview eingefangen werden. Die Fragen hat Eckart Balz formuliert, die Antworten von Karl-Wilhelm Schulze weisen zwar z.T. regionale Besonderheiten auf und orientieren sich hauptsächlich am offenen Ganztag in Grundschulen mit all seinen Herausforderungen für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind aber durchaus bundesweit für eine möglichst gelingende Zusammenarbeit von Bedeutung (s. auch den Beitrag von Axel Sardemann in diesem Heft).
sportpädagogik:Woran denkst du zuerst, wenn von außerunterrichtlichem Schulsport die Rede ist?
K.-W. Schulze:An Sport im Ganztag, was darauf zurückzuführen ist, dass ich sowohl beruflich als auch ehrenamtlich als Vereinsvorsitzender damit befasst bin. Darüber hinaus verbinde ich das mit schulischer Projektarbeit wie z.B. mit KommSport bzw. Sportplatz Kommune1 oder Pfiffix2 und schlussendlich noch mit der NRW-Sportschule, die hier in Bielefeld gleich zwei Standorte hat.
sportpädagogik:Inwiefern bist du beruflich mit der Gestaltung außerunterrichtlichen Schulsports befasst?
K.-W. Schulze:Der Stadtsportbund Bielefeld e.V. ist Träger von drei offenen Ganztags-Grundschulen (OGS) und da ist es selbstredend, dass der außerunterrichtliche Sport ein wichtiges Thema ist. Ferner ist unsere Sportjugend Koordinierungsstelle für Sport im Ganztag. Darüber hinaus sind wir als Bund Teil des Tandems aus Beratern im Schulsport und der Sportjugend Bielefeld und an dieser Stelle mit schulsportlicher Projektarbeit betraut. Wir sind damit auch vor Ort im Ausschuss für den Schulsport vertreten. Last but not least ist das Sporthelferprogramm3 zu nennen, das ein wichtiger Baustein unserer Sportjugendarbeit ist.
sportpädagogik:Welche einschlägigen Erfahrungen verbindest du mit außerunterrichtlichem Schulsport?
K.-W. Schulze:Waren im außerunterrichtlichen Schulsport noch bis vor gut 20 Jahren das schulsportliche Wettkampfwesen sowie die Talentfindungs- und Talentfördergruppen tonangebend, so hat sich dies grundlegend geändert. Mit Einführung bzw. dem massiven Ausbau des schulischen Ganztages stehen jetzt die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf (gemeint ist damit eine verlässliche Betreuung) sowie Kompensation herkunftsbedingter Bildungsbenachteiligung (dahinter verbergen sich Förderkonzepte und -angebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen insbesondere bei der Sprachförderung) im Mittelpunkt. Der außerunterrichtliche Schulsport konnte dabei vor allem in der Betreuung und im Sporthelferprogramm punkten, aber letztlich auch bei den Förderbedarfen, z.B. bei Sportplatz Kommune. Das schulsportliche Wettkampfwesen sowie die Talentfindung und die Talentförderung haben hingegen keine merkliche Entwicklung genommen. Im Gegenteil, ich nehme im außerunterrichtlichen Schulsport einen Rückzug des „Sportarten-Sports mit den Paradigmen Leistung, Training und Wettkampf wahr.
sportpädagogik:Welche Angebotsformen im außerunterrichtlichen Schulsport erscheinen dir besonders sinnvoll?
K.-W. Schulze:Es ist eindeutig die Kursform mit definiertem Anfang und Ende und verlässlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Idealfall steht dahinter noch ein pädagogisches Konzept mit überprüfbarer Zielerreichung wie beispielsweise bei Anfängerschwimmkursen oder, aktuell, bei den Pfiffix-Kursen mit klar strukturierten...

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